Wolfgang Riener und sein Spürhund Cupper kontrollieren Niederösterreichs Wälder.

© /LK NÖ / Eva Posch

Schädlingsbekämpfung
01/08/2015

Der Förster und sein Käfer-Spürhund

Border Collie Cupper schützt Niederösterreichs Wälder vor gefährlichen Schädlingen.

Sie sind zwei bis vier Zentimeter lang und mit imposanten Fühlern ausgestattet. Den schwarzen Körper zieren gelbe Flecken. Die Larven sind schmutzig weiß: Asiatische Laubholzbockkäfer gelten als gefährliche Quarantäneschädlinge.

An sich stammen die Insekten aus Asien. Mit Holzverpackungen oder Pflanzen aus dem fernen Osten kommen sie nach Europa. Und können in heimischen Wäldern erheblichen Schaden anrichten. Denn die Larven, die bis zu zwei Jahre im Holz versteckt leben, fressen dicke Gänge in den Baum. Ein Weibchen legt etwa 30 Eier...

In Niederösterreich sorgt nun ein Border Collie dafür, dass sich der illegale Einwanderer nicht ungehindert ausbreiten kann. Der Pionier hat schon Kollegen.

Richtiger Riecher

Was als vermeintlicher Faschingsscherz begann, zieht mittlerweile weite Kreise: Es war ein Faschingsdienstag, an dem Wolfgang Riener Kontakt mit dem amtlichen Pflanzenschutzdienst Niederösterreich aufnahm und von seiner Idee erzählte: Der Inhaber eines Forsttechnikbüros in Geras wollte seinen Hund Cupper zu einem Spürhund ausbilden lassen. Dabei sollte der Hund keine polizeilichen Indizien erschnüffeln, sondern gefährliche Waldschädlinge.

„Ich arbeite nicht nur als Forsttechniker. Ich bin auch Förster im Nationalpark Thaya. Als mir dort ein Schädlingsbefall auffiel, begann ich zu recherchieren und mein Interesse an den sogenannten Zitrus- und Laubholzbockkäfern wurde geweckt“, erzählt Riener. Die Insekten gelten als gefährliche Quarantäneschädlinge, weil sie nur schwer ausfindig gemacht werden können.

Derzeit leidet vor allem Oberösterreich an einem starken Befall mit diesen Käfern. Vermutet wird, dass sie über eine Steinlieferung aus Asien nach Oberösterreich kamen. Eine Eindämmung ist nur bei möglichst frühem Entdecken möglich. Befallene Bäume können nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden.

Ausbildung

„Im September habe ich mit Cupper schließlich mit der Ausbildung begonnen“, sagt Riener. Vor kurzem schloss das Gespann das Training erfolgreich ab. Dafür musste der Förster mit seinem Hund nach Kärnten fahren. Dort wurde vor einiger Zeit eine eigene Hundeschulung auf Initiative des Bundesamtes für Wald ins Leben gerufen, die für mehr Prävention in diesem Bereich sorgen soll. Auch Hunde aus dem Ausland nehmen an den Kursen teil. „Wenn der Hund nach einer Woche nicht auf den Geruch anschlägt, ist eine Ausbildung nicht möglich“, so Riener. Umso größer war bei ihm die Freude über das gute Gespür seines Collies.

Nun heißt es für das Mensch-Tier-Team, sich in der Praxis zu üben. So sind auch bereits die Ziele für das neue Jahr klar gesteckt: „Wir wollen präventiv nun auch in Niederösterreich Kontrollen durchführen. Diese können wir das ganze Jahr über machen, da wir dabei nicht an Jahreszeiten gebunden sind. Der Geruch der Käfer ist immer da. Doch wir sind auch von den Garten- und Waldbesitzern abhängig, dass sie für uns die Augen offenhalten, ihre Bäume kontrollieren und sich bei Verdachtsfällen an den amtlichen Pflanzenschutzdienst wenden.“

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