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12/14/2015

Digitale Auszeit: Ed Sheeran macht's vor

Ohne Smartphone einen neuen Blick auf die Welt haben - geht das?

von Gabriele Kuhn

Digitale Auszeit liegt im Trend – neuerdings auch bei den Stars. Wie zum Beispiel Ed Sheeran. Der beliebte Sänger gab auf seinem Instagram-Account bekannt, dass er eine Handypause einlege – nicht nur: Er wird auch seine Email- und Social-Media-Accounts stilllegen. Bis zum Herbst 2016.

Fünf „fantastische Jahre“ hätte er dort gehabt, erklärt sich der 24-jährige, doch nun sei er draufgekommen, dass er die Welt fast nur mehr durch einen Smartphone-Bildschirm sähe. „Ich ergreife die Möglichkeit, die Welt zu bereisen und alles zu sehen, das ich verpasst habe.“ Sechs Millionen Fans und Follower sind nun verstört – doch Sheeran scheint die Pause nach einer kräftezehrenden Tournee zu brauchen. Wie viel Aufmerksamkeit Smartphones, Apps und das digitale Dasein abziehen, wusste auch Essena O' Neill. Der 18-jährige Instagram-Star stieg aus, löschte Fotos, Videos und vollzog einen radikale Sinneswandel. ihre Botschaft "Social Media ist nicht das echte Leben!"

Phänomen Smartphone-Sucht

Wissenschaftler können sich dadurch bestätigt fühlen. Wie etwa der Informatiker und Buchautor ("Digitaler Burnout") Alexander Markowetz. Er ist überzeugt, dass wir ein gesellschaftliches Problem mit dem Handyumgang haben. Nicht nur: Er sagt, dass Smartphones süchtig machen. Der Hirnforscher Manfred Spitzer geht noch einen Schritt weiter – seiner Einschätzung nach können Smartphone bei übermäßiger Nutzung dazu führen, dass jemand zu einem willenlosen und seelenlosen Menschen, einem Zombie werden kann“. Soziale Medien wie Facebook lösten Süchte aus – ähnlich wie Kokain-Abhängigkeit.

Mach mal Pause!

Wer schon nicht den Total-Ausstieg wie Ed Sheeran schafft, dem seien zumindest ein paar Tipps ans Herz gelegt: Etwa der reflektierte Umgang mit Whats App & Co. Markowetz nennt das „digitale Etikette“: „Wir müssen uns jedes unreflektierte Whats App genau überlegen – ob und vor allem wann wir es an jemanden schicken." Ähnliches gilt natürlich auch für SMS oder eMails. Darüberhinaus empfiehlt er, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Und eine digitale Auszeit - zumindest an einem Tag am Wochenende.

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