Grüne Oasen inmitten der Stadt

Grüne Oasen inmitten der Stadt
Innenhöfe lassen sich gut zu kleinen Stadtgärten umgestalten. Die Stadt Wien fördert die Begrünung mit bis zu 2000 Euro.

Wien ist sicherlich eine der grünsten Städte. Aber es gibt auch graue Flecken, die nicht immer da waren. Joseph Daniel Huber war ein Militärkartograph und fertige im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia eine Karte von Wien an; und zwar aus der Vorgelperspektive. Insgesamt 24 Kupferstücke zeigen in unglaublicher Detailverliebtheit die Donaumetropole aus der Luft. Wer die Karte heute betrachtet, wird erkennen, dass damals alle Innenhöfe begrünt waren.

Das änderte sich allerdings im Laufe der Zeit. Wiens Innenhöfen versanken im Dornröschenschlaf und wurden schließlich versiegelt. Das war ja auch praktischer - betonierte Flächen benötigen keine Pflege. Die Innenhöfe waren nur mehr dazu da, dass Koloniakübel und Teppichklopfstangen aufgestellt werden konnten. In letzterZeit findet wieder ein Umdenken statt. „Gerade in den dicht verbauten Gründerzeitvierteln steigt die Sehnsucht nach Grün“, erzählt Sophie Jäger-Katzmann von die umweltberatung. „Hier werden viele Innenhöfe auf Initiative der Bewohner wieder begrünt.“

Natürlich ist es nicht möglich, einfach auf eigene Faust loszulegen. „Die beste Vorgangsweise ist, sich im Haus Verbündete zu suchen und das Vorhaben bei einer Mieterversammlung zum Thema zu machen“, so Jäger-Katzmann. „Und natürlich benötigt man das Einverständnis des Hausbesitzers. Die Gebietsbetreuung unterstützt und hilft dabei, das Vorhaben in Tat umzusetzen.“ Auch sollten die Hausbewohner im Vorfeld klären, in welche Richtung die Innenhofbegrünung geht. Soll der Stadtgarten zu einem Treffpunkt für alle werden oder soll Obst und Gemüse angebaut werden, sofern genügend Sonne vorhanden ist? Für welche Nutzung die Entscheidung auch immer fällt, in der Folge steht Pflege der Anlage auf dem Programm. Und diese sollte ebenfalls von allen Bewohnern getragen werden, damit es zu keinen Streitigkeiten kommt. Allerdings ist der Aufwand nicht zu unterschätzen. Schließlich muss in einem ersten Schritt der Beton entfernt werden, bevor es an das Setzen von Pflanzen geht. „Die MA 42 der Stadt Wien fördert die Innenhofbegrünung aber mit bis zu 2200 Euro“, sagt Jäger-Katzmann. „Das stellt natürlich eine große finanzielle Entlastung dar."

Ideale Bepflanzung

Grüne Oasen inmitten der Stadt
begrünter Innenhof
Selbst sehr schattige Innenhöfe können durchaus in einen Stadtgarten verwandelt werden. Es muss nur auf die passende Pflanzenauswahl geachtet werden. „Wir raten auf jeden Fall immer zu heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden“, sagt Sophie Jäger-Katzmann. „Erstens sind sie standortangepasst und daher pflegeleichter und zweitens sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge und Wildbienen in der Stadt.“ Nicht nur die Tier profitieren von der Innenhofbegrünung. Die Grünoasen in der Stadt heben die Lebensqualität. „Das Mikroklima verbessert sich, Feinstaub wird gebunden und Lärm reduziert“, zählt Sophie Jäger-Katzmann auf. „Auch die Verbesserung der nachbarschaftlichen Beziehungen darf nicht unterschätzt werden.“ Übrigens: Einen zu kleinen Innenhof gibt es nicht. Selbst winzige Flächen können noch immer zur Fassadenbegrünung genutzt werden.

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