Jule (links) und ihre „bessere Hälfte“ Anni haben "Im Gegenteil" gegründet

© /Im gegenteil

Partnersuche mit Tiefgang
04/26/2016

Datingportal "Im Gegenteil" kommt nach Österreich

Auf der hippen Website werden jetzt auch österreichische Singles porträtiert.

von Julia Pfligl

"Tinder"-Nutzer wissen: Viel Zeit zum Überlegen, Nachfragen oder gar Kennenlernen bleibt beim Anbandeln via App nicht. Wer auf den ersten Blick nicht gefällt, wird gnadenlos "weggewischt" – und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im Dating-App-Nirvana.

Dass Online-Partnersuche im 21. Jahrhundert nicht zwingend oberflächlich und schnell sein muss, beweisen Jule und Anni (beide 33) mit "Im Gegenteil". Das hippe "Single-Magazin" – die Berlinerinnen meiden den Begriff "Partnerbörse" – ging Ende 2013 zeitgleich mit Tinder an den Start. Sonst haben die beiden Plattformen aber nicht viel gemeinsam: Im Gegensatz zur Wisch-App werden Singles bei "Im Gegenteil" zuhause besucht, fotografiert und detailreich – inklusive Macken und Makeln – auf der Website porträtiert. Wer mag, kann die Liebessuchenden online kontaktieren. Und sich dabei ganz viel Zeit lassen.

Generation Y

Bis jetzt haben 500 Singles aus Deutschland und der Schweiz ihr Glück versucht – und die Bilanz kann sich sehen lassen, erzählt Anni. "30 Prozent unserer Singles sind jetzt vergeben. Das erste Baby wurde bereits geboren, es gibt Hochzeiten, momentan sind Zwillinge unterwegs." Obwohl "Im Gegenteil" immer wieder als "Hipster-Portal" tituliert wird, beschreibt Anni die Zielgruppe als "bunt gemischt": "Vom Umweltschützer bis zum Supermarktkassier ist alles dabei." Nur beim Alter werden Grenzen gesetzt: Die Singles sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. "Wer älter ist, bekommt einfach weniger Post."

Aufgrund des großen Erfolgs geht das Freundinnen-Duo – Anni schreibt, Jule fotografiert – nun auch in Österreich auf Single-Suche (siehe Info unten). "Das war schwer überfällig", lacht Anni. "Wir wurden immer wieder gefragt, wann wir endlich nach Österreich kommen." Im Gegensatz zur privaten Wohnungs- gibt es in Salzburg, Linz und Baden eine Stadtbesichtigung, bei der die Ösi-Singles ihre Lieblingsplätze und somit einen Teil ihrer Persönlichkeit zeigen sollen.

Anni ist es wichtig, dass in ihren Porträts ein ganzheitliches, ehrliches Bild der Person entsteht. Retuschiert wird nichts – weder Foto noch Persönlichkeit. "Wenn einer Morgenmuffel ist, kann er das ruhig gleich sagen. Irgendwann kommt das ja ohnehin ans Licht", findet sie. "Ich habe den Eindruck, dass durch diesen Perfektionismus im Internet ein totaler Druck entstanden ist. Ich sehe selber oft die Fotos von manchen Bloggerinnen und frage mich, wie sie ihre Outfits und Wohnungen so perfekt hinbekommen."

Überangebot verdirbt

Das Streben nach Perfektion sei auch in der Liebe hinderlich, sagt Anni. "Den perfekten Partner gibt es nicht, der ist man ja selbst nicht." Das Gefühl, nach jedem Klick könnte jemand besserer warten, ist da nicht gerade hilfreich. "Überangebot verdirbt", meint die 33-Jährige.

Dass ihre Generation beziehungsunfähig sei – wie in einem tausendfach geteilten Blog-Beitrag ihres Single-Magazins behauptet –, glaubt Anni dennoch nicht. "Der Text war vor allem ein schöner Denkanstoß für alle Singles. Bin ich wirklich offen für eine Beziehung – oder glaube ich das nur?" Anni selbst ist der beste Beweis dafür, dass Liebe länger als ein paar Tinder-Dates existieren kann: Sie ist seit zehn Jahren mit demselben Mann zusammen und seit Kurzem verheiratet. Auch bei Jule "sieht es momentan sehr gut aus". Sie hat jemanden kennengelernt – drei Mal dürfen Sie raten, wo.

Österreich-Besuch

An drei Tagen (26. April in Salzburg, 27. April in Linz, 29. April in Baden bei Wien) werden österreichische Singles bei einem Stadtrundgang porträtiert und anschließend auf der Website vorgestellt. In Linz gibt es noch die Möglichkeit, mitzumachen. Infos und Anmeldung hier.

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