Max Scheugl Usability-Experte

© Jakob Steinschaden

Test
11/23/2012

Das Online-Banking der Bank Austria

Die Webseiten der Banken sind Kunden mittlerweile oft wichtiger als Filialen – doch nicht jede ist nutzerfreundlich.

von Jakob Steinschaden, Martin Stepanek

Die Bank Austria hat Kunden jüngst nicht nur wegen ihres verpatzten EDV-Umstiegs, sondern auch wegen des neuen Designs beim Online-Banking verärgert. Grund genug, das Online-Angebot einem Test zu unterziehen.

Für die Bewertung stand der Webseiten-Experte Max Scheugl zur Verfügung, der für internationale Finanzinstitute Online-Auftritte optimiert hat. Sein Fazit fällt trotz guter Ansätze ernüchternd aus, die meisten Banken „könnten es Kunden online viel leichter machen. Oft werden Grundprinzipien des Webdesigns ignoriert und bankenspezifische Bezeichnungen verwendet, mit denen Kunden gar nichts anfangen können.“

Im Fokus des Tests stehen die wichtigsten Funktionen: Einstiegsseite, Kontoübersicht und Überweisungsfunktion. Da immer mehr Leute mobil über ihr Handy auf ihre Bankkonten zugreifen, hat die futurezone auch die mobilen Seiten auf ihre Bedienbarkeit getestet.

Bank Austria zwingt Kunden zu unnötig vielen Klicks

Die zuletzt vielgescholtene Bank Austria überzeugt zwar mit einer übersichtlichen Optik, die tatsächliche Bedienung fällt jedoch weitaus komplizierter aus. Um die Überweisungsfunktion im Hauptmenü aufzurufen, muss man sich durch die Unterpunkte „Aufträge“ und „Inlandsaufträge“ hanteln. Auch das Wechseln zwischen Konten und die Anzeige von getätigten Umsätzen benötigen umständlich viele Klicks. Bei der Auflistung von Beträgen verwendet die Bank zudem Begriffe wie „Buchungssaldo“, „Valutasaldo“ und „Disposasaldo“, was laut Web-Experte Scheugl definitiv nicht die Sprache der Kunden ist.

Punkten kann die Bank Austria mit ihrer mobilen Seite, die eine vorbildlich reduzierte Oberfläche mit den wichtigsten Informationen aufweist. Als Minuspunkt gilt aber, dass die mobile Seite nicht automatisch von Smartphones erkannt wird. iPhone- und Android-Nutzer können allerdings auf eine App ausweichen.

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Auch die Konkurrenten Raiffeisen, Erste Bank, Volksbank und easybank wurden einem Test unterzogen. Die Detail-Ergebnisse finden Sie hier.