Leben
17.12.2018

Bloggerin bietet Kurs an, Teilnehmer werfen ihr Betrug vor

Eine US-Influencerin lockte Fans mit einem teuren Kursangebot. Kurz nach Kursbeginn machte sich unter den Teilnehmern Unmut breit.

Lernen, wie man richtig bloggt – und zwar vom Profi: Mit dieser Erwartung meldeten sich Anfang September rund 500 User für einen von der US-Bloggerin Aggie Lal angebotenen Kurs an.

Im Zuge diverser Online-Workshops sollte vermittelt werden, wie man einen Blog mithilfe von Instagram aufbaut, diesen mit professionellen Fotos und Videos bestückt, seine Fanbase wachsen lässt und als Influencer Geld verdient.

Seltsame Wendung

Nachdem die Teilnehmer sich hoffnungsvoll für den Kurs angemeldet und jeweils 500 US-Dollar Teilnahmegebühr bezahlt hatten, driftete der Kurs allerdings in eine dubiose Richtung ab. Das berichtet unter anderem das Online-Portal Buzzfeed in einem ausführlichen Artikel.

Aber alles der Reihe nach: Aggie Lal, die in Los Angeles lebt, online vor allem über ihre Reisen bloggt und allein auf Instagram über 860.000 Follower hat, promotete ihren zwölfwöchigen Kurs "How to grow your Instagram" auf ihrer Website. Auf seriöse Art und Weise wies sie dort die Einheiten, die von September bis Mitte Dezember veröffentlicht werden sollten, und deren Inhalte aus. "Dieser Kurs bietet die einmalige Gelegenheit, aus erster Hand von einer Reisebloggerin zu lernen, die die Besonderheiten der Branche kennt", heißt es dort (nach wie vor).

Den Teilnehmern wurde außerdem versprochen, dass sie ihr Geld rückerstattet bekommen würden, sollte der Kurs nicht ihren Erwartungen entsprechen.

Unseriöses Angebot?

Die Vertrauenswürdigkeit des Angebotes macht Lal jedoch nun eine ehemalige Teilnehmerin auf der Online-Publishing-Plattform Medium in einem Blogeintrag streitig. "Ich wurde von einer Promi-Influencerin über den Tisch gezogen" titelte diese ihren Text, der zu Wochenbeginn online ging. Darin schilderte sie, dass gleich zu Beginn des Kurses die Teilnehmer vor eine seltsame Challenge gestellt worden seien: Sei sollten mindestens einen ihrer eigenen Follower davon überzeugen, sich ebenfalls beim Kurs anzumelden.

Bei der anonymen Autorin und anderen Kursteilnehmern habe das unmittelbar Verwirrung und schließlich auch Unmut ausgelöst. Man vermutete, dass sich Lal das Schneeballsystem, ein Geschäftsmodell, das zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigt, zunutze macht. Zunächst hätten sich einige User geweigert, Lals Kurs öffentlich zu empfehlen. Aus Unzufriedenheit mit den Inhalten des Kurses hätten über 100 schließlich auch ihr Geld zurückverlangt.

Auch in Gesprächen mit Buzzfeed, wo man die Geschichte bereits seit längerer Zeit verfolgt, zeigten sich Teilnehmer verärgert über den Ablauf des Kurses. Die Plattform berichtete auch, dass es offenbar zu Komplikationen bei der Rückerstattung der Teilnahmegebühren gekommen sei.

Lal selbst versicherte im Buzzfeed-Interview jedoch, dass unglückliche Kunden jedenfalls ihr Geld zurückbekommen würden.

Die im Kurs verbliebenen Personen wurden schließlich stutzig, als sechs Wochen nach Kurbeginn keine weiteren Einheiten mehr online gingen. Gegenüber Buzzfeed erklärte Lal, dass sie auf ihren aktuellen Reisen schlechte Internetverbindung gehabt habe.

Kurioserweise gingen während dieses Zeitraumes auf ihrem YouTube-Kanal dennoch Videos online. Auch auf Instagram wurden neue Bilder hochgeladen. Die verbliebenen Teilnehmer begannen sich schlussendlich auch auf dem eigens für den Kurs angelegten privaten Instagram Account zu beschweren.

Entschuldigung auf Instagram

Am Freitag meldete sich Lal schließlich via Instagram mit einer Stellungnahme zu den Vorwürfen zu Wort. Es habe ihr "das Herz gebrochen", dass einige ihrer Schüler von ihrem Kurs enttäuscht gewesen seien. Im Zuge des Postings entschuldige sie sich für alle Unannehmlichkeiten und dafür, nicht alle geplanten Inhalte veröffentlicht zu haben.

"Aufgrund einiger gesundheitlicher Probleme und schlechter WLAN-Verbindung wurden letzte Woche 4 von 66 Videos nicht wie geplant hochgeladen." Sie bestätigte außerdem, dass all jene, die nun ihr Geld zurückverlangen, dieses auch erhalten werden. Die entsprechenden Transaktionen würden noch bis diesen Sonntag durchgeführt.