Leben
02.04.2017

Mit diesen Fahrrädern heben Sie ab!

Fahrradtrends 2017: E-Bikes bleiben auf der Überholspur, Falt- und Lastenräder erobern Stadt und Land.

Das teuerste Exponat beim Argus Bike Festival 2017 auf dem Wiener Rathausplatz ist gute 50.000 Euro wert. Sagt Werner Schuster, leitender Beamter der Wiener Stadtverwaltung und nebenbei einer ein leidenschaftlicher Sammler alter Fahrräder.

Der Superlativ hat weder Pedale noch Gangschaltung. Er ist dem heuer 200-jährigen Jubiläum der Draisine geschuldet. Die gilt bekanntlich als Vorläufer des modernen Fahrrads. Schuster über die Leihgabe aus dem Fahrradmuseum Retz: „Das ist ein Gefährt, das im Jahr 1820 von Anton Burg in der Favoritenstraße 73 gebaut wurde, also nur drei Jahre, nachdem Karl Freiherr von Drais zum ersten Mal einen Radausflug unternommen hatte.“

Strom aus der Flasche

Und was ist neu zum Auftakt der Fahrradsaison? Die Erkenntnis, dass das Rad nicht neu erfunden werden kann, gilt auch 2017. Doch auch heuer finden sich auf dem Rathausplatz neue Facetten, die das Kurbeln mit dem Rad bequemer machen. Fabian Gutbrod arbeitet für die in Villach stationierte GP Motion GmbH. 13 Mitarbeiter produzieren dort einen nur 2 Kilo schweren Elektro-Antrieb, der auch auf dem kleinsten Fahrrad jederzeit nachgerüstet werden kann. Der Akku versteckt sich in einer Trinkflasche und speist in fünf Stufen einen winzigen Motor, dessen Energie sich mittels Reibrolle auf das Hinterrad übertragen lässt. Gutbrod verspricht: „Mit unseremadd-eist ein Tempo bis zu 45 km/h möglich.“
Auf der Überholspur sind weiterhin die Lastenräder, auf die immer mehr Gewerbetreibende ebenso wie Familien ohne Auto umsteigen. Die neuen Modelle sind sehr stabil, sehr leistungsstark, aber auch sehr teuer. (PS: Wer schnell ist, kann von der Stadt Wien eine Förderung bis zu 1000 Euro erwirken.) Von Jahr zu Jahr steigt auch der Anteil der praktischen Falträder. Mitarbeiter der Cooperative Fahrrad versprechen für 2018 das erste Brompton mit Batterie, allerdings mit einem Lächeln. Denn davon reden die Londoner Konstrukteure der Kultmarke seit bald zehn Jahren.
Apropos Kult. Teuer sind auch die Schlösser des deutschen Herstellers Abus. Allerdings sind auch sie ihr Geld wert. Langfingern zeigen sie an: „Müh dich nicht mit mir ab, nimm ein anderes Rad.“ Außerdem von Thomas Ollinger, dem Österreich-Geschäftsführer von Abus, am Rathausplatz zu erfahren: „Eierschädl“ war gestern - die neuen Helme bieten Sicherheit und einen gewissen Chic

Gesucht: das älteste Rad

Auch am Sonntag auf dem Rathausplatz mit von der Partie sind die emsigen Restaurateure alter Räder rund um den Purkersdorfer Verleger Richard Hollinek. Ein weiteres Highlight startet um 12 Uhr auf dem Ring: die alljährliche Radparade zum Praterstern und wieder retour. Passend zum Jubiläum winkt auch ein Preis: der Fahrer oder die Fahrerin des ältesten Rads gewinnt eine Reise zur Fahrradausstellung in Mannheim. Dort startete seinerzeit Freiherr von Drais zu seiner ersten großen Tour.

Alles auf einen Blick unter www.bikefestival.at