Leben
01.12.2016

Nach über 50 Jahren zieht ein Junge ins Weiße Haus

Die jungen Kinder der Präsidenten, die mit ihnen lebten, waren davor viele Jahre lang ausschließlich Mädchen.

Donald Trump wird am 20. Jänner als nächstes Staatsoberhaupt der USA vereidigt. Im Weißen Haus wird er allerdings erst mal alleine leben. Wie kürzlich bekannt wurde, bleibt First Lady Melania zusammen mit Trumps jüngstem Sohn, Barron, zunächst in New York (kurier.at berichtete). Denn dieser geht dort noch in Manhattan zur Schule. Mit dem Ende des Schuljahres sollen aber beide nach Washington nachfolgen. Dann ist der 10-jährige Barron seit über 50 Jahren der erste Junge, der im Weißen Haus lebt. Denn in den vergangenen Jahren waren die jungen Kinder der Präsidenten, die auch mit ihnen gemeinsam lebten, ausschließlich Mädchen. So wie zuletzt Malia und Sasha Obama.

Der Junge, der zuletzt im Weißen Haus gelebt hat, war der dreijährige John F. Kennedy Jr. Im Jahr 1963. Bleibt also spannend, was Barron, der bislang nur selten in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten ist, im Weißen Haus erleben wird.

Das Weiße Haus als Spielplatz

Doch welche Geschichten werden über die bisherigen Jungs im Weißen Haus erzählt? Dieser Frage ist die Washington Post nachgegangen. Willie und Tad Lincoln waren zehn und siebe Jahre alt als sie im Jahr 1861 ins Weiße Haus eingezogen sind. Jenes Jahr, in dem auch der Amerikanische Bürgerkrieg, der bis 1865 dauerte, begann. Die beiden sollen einen Zirkus im Dachboden inszeniert haben und eine Ziege durch jene Räumlichkeiten geführt haben, in denen ihre Mutter gerade Gäste geladen hatte. Im Jahr 1962 starb Willie an Typhus, was für Tad besonders niederschmetternd war. Während Willie das einzige Kind eines Präsidenten war, das im Weißen Haus verstarb, war Esther Cleveland das einige Kind eines Präsidenten (Grover Cleveland; Amtszeiten: 1885-1889 und 1893-1897), das dort geboren wurde.

Spaß mit den Roosevelt-Sprösslingen

"Ich glaube nicht, dass es je eine Familie gegeben hat, die das Weiße Haus mehr genossen hat als wir", soll der Präsident Theodore Roosevelt (Präsidentschaft: 1901-1909) behauptet haben. Er hatte vier Jungen und eine Tochter. Roosevelt Söhne sollen sich in der Nacht aus dem Haus geschlichen haben, um die Lichter des Lafayette Square gegenüber des Weißen Haus auszumachen und sich Schneeball- und Wasserpistolenschlachten geliefert haben.

Sein jüngster Sohn Quentin soll der Schalk besonders im Nacken gesessen haben. Als sein Bruder Archibald krank im Bett lag, brachte ihm Quentin sein Pony ins Zimmer, indem er dieses mit dem Lift beförderte. Einem Reporter, der Quentin über seinen Vater, den Präsidenten, ausquetschen wollte, soll dieser gesagt haben: "Ich sehe ihn gelegentlich, aber ich weiß nichts über sein Familienleben."