Teenager machen Zeitung

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Junge Verstärkung für den Newsroom
10/09/2014

Junge Verstärkung für den Newsroom

"Teenager machen Zeitung": Der KURIER lädt junge Menschen ein, am 25. November eine Ausgabe aktiv mitzugestalten.

von Uwe Mauch, Heinz Wagner

Was haben die Pariser Tageszeitung L’Humanité, der West Australian, die Frankfurter Neue Presse, das norwegische Oppland Arbeiderblad und der Belfast Telegraph gemeinsam?

Die Redaktionen bemühen sich schon seit längerem – jede auf ihre Art – darum, junge Leser für das Zeitunglesen und für das Zeitungmachen zu gewinnen, besser gesagt: zu faszinieren.

So wurde beim West Australian, einer Tageszeitung, die in Perth erscheint und das bereits seit dem Jahr 1833, ein Wettbewerb ausgeschrieben. Schüler konnten Texte und Fotos einreichen. Eine interne Jury kürte dann zwölf Glückliche aus, die einen Tag lang das Innenleben der Tageszeitung als Gast-Redakteure kennen lernen und mitgestalten durften.

Beim Belfast Telegraph, der von knapp 180.000 Menschen gelesen wird, wählte man wiederum acht Schüler und Studenten im Alter von 14 bis 22 Jahren, die dann eine Woche lang die Redaktion begleiteten und eine Wochenendbeilage gemeinsam gestalten durften.

Die Ergebnisse der leidenschaftlichen Jung-Redakteure, die von den Profis sorgsam in der Tagesarbeit begleitet wurden, können sich durchaus sehen lassen. Die Chefredakteure zeigten sich begeistert, den Jungjournalisten hat es gefallen, und auch die Reaktionen der Leserschaft waren mehrheitlich positiv.

Am 25. November

Der KURIER, der in diesen Tagen seinen Sechziger feiert, folgt nun diesem internatationalen Trend. Dabei ist anzumerken, dass das Medienhaus KURIER in Österreich auch als Pionier in der Zeitungssozialisation von Kindern und Jugendlichen gilt: So ist die erste Ausgabe vom KiKu, dem Kinder-KURIER, der Zeitung in der Zeitung, von Kids für Kids, bereits im Jahr 1993 erschienen.

Schon seit einigen Tagen ruft die Redaktion auf ihrer Internetplattform KURIER.at sowie via soziale Medien junge Menschen von 13 bis 19 Jahren auf, sich für einen garantiert spannungsgeladenen Tag in der Redaktion im 19. Bezirk zu bewerben.

Chefredakteur Helmut Brandstätter verspricht den Teilnehmern, „einen spannenden Tag mit Erfahrungen in der größten Qualitätszeitung des Landes“. Die Teilnehmer sollen in alle tagesaktuellen Entscheidungen der einzelnen Ressorts (Politik, Wirtschaft, Sport, Lebensart, Kultur, Chronik, futurezone) sowie im Newsroom direkt eingebunden sein.

Teenager machen Zeitung, so lautete das Motto der anderen Tageszeitungen, so lautet auch das Motto am 25. November in der KURIER-Redaktion – und tatsächlich sollen die jungen Leute einen Tag lang die Nachrichten für den Moment, für online, und die Geschichten für den nächsten Tag, für die Printausgabe mitgestalten.

Ein Tag in der Zeitung

Der journalistische Arbeitstag beginnt für die Teilnehmer um 9 Uhr mit einem kurzen Briefing. Gegen 10 Uhr geht es dann in die jeweiligen Ressorts, wo das gemeinsame Tagesgeschäft beginnt. Im Team mit KURIER-Redakteuren obliegt den Jungen am Aktionstag Recherche, Themengewichtung, Themenauswahl und letztendlich auch die Bestimmung des Layouts und die Präsentation von Beiträgen mit Fotos, Bildergalerien, Videos, etc.

Ziel des Aktionstags ist es laut Brandstätter, „von den jungen Menschen zu lernen und ihre Wünsche bei der Gestaltung der Zeitung künftig mehr zu berücksichtigen. Wir freuen uns auf die Sichtweise junger Menschen auf die Tagesthemen und sind gespannt auf die gemeinsam erarbeiteten KURIER-Ausgaben auf allen Kanälen – print und online.“

Wertvolle Erfahrungen und Stolz

Wertvolle Eindrücke und Stolz

Im Alter von neun Jahren besuchte ich die Kinderstadt „Rein ins Rathaus,“ wo mich dann meine ältere Schwester dazu überredet hatte, einen Artikel für den Kinder-KURIER zu schreiben. Dieser hat mir die Tür zu einer mir unbekannten Welt geöffnet.Meine Fähigkeiten verbesserten sich im Laufe der Jahre und ich durfte mich an schwierigere Aufgaben heranwagen. Besuche bei Aufführungen, Reisen ins Ausland, Treffen mit bekannten Persönlichkeiten erlaubten mir meinem Interesse am Journalismus nachzugehen. Was ich da erlebt habe, wünsche ich allen schreibbegeisterten und neugierigen Kindern. Ich verdanke dem KIKU die Möglichkeit, diese wertvollen Erfahrungen machen zu können, besonders die Unterstützung während des Schreibprozesses – und das Gefühl von Stolz, das man bei der Veröffentlichung spürt. Auf keine andere Weise hätte ich diese Leidenschaft fürs Schreiben entwickeln und ausführen können. Schade, dass es den Kiku nicht mehr gibt, aber vielleicht ergibt sich aus der neuen Aktion die Chance zur regelmäßigen Mitarbeit.Josipa Cvitić, 16

Nicht copy & paste

Als wir mit der Schule im September im (Kinder-)KURIER waren, war das für mich das erste Mal, in einer richtigen Redaktion zu sein. Das hat ziemlichen Spaß gemacht. Schwierig war es nur am Anfang in der Gruppe uns auf ein Thema zu einigen.Mich interessiert zum Beispiel sehr, was da so alles abläuft im IS und jetzt an der türkischen Grenze. Aber in der Gruppe haben wir uns dann geeinigt, über den Fußballer Gheorghe Hagi zu schreiben, der in der Türkei, in Rumänien, in Spanien und dann wieder in der Türkei bei Galatasary Istanbul gespielt hat. Wir haben auf Türkisch und Deutsch geschrieben, wobei mir Deutsch schreiben leichter fällt als Türkisch.Zwischen dem Schreiben in der Schule und in der Redaktion war nicht so viel Unterschied. Da wie dort musst du genau sein. Und man darf vor allem nicht alles aus dem Internet rauskopieren.Aber als wir dann unseren Beitrag und den der anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Klasse im Internet auf der KURIER-Homepage gesehen haben, habe ich mich schon sehr gefreut.Hakan Arslankurt, 14

Gangsta-Rapper bedeutender als Länderinfo

Die Atmosphäre in der Redaktion war spannend. Ich hab so was noch nie erlebt, auch nicht in Oberösterreich, wo ich bis vor zehn Monaten gelebt habe.Schon allein das Schreiben am Computer ist viel angenehmer als bei Schularbeiten oder Hausübungen, wo wir immer mit der Hand schreiben müssen. Auch wenn du natürlich schaust, dass du keine Fehler machst, ist es dann leichter auszubessern, wenn du welche hast. Oder auch, wenn du etwas anderes formulieren möchtest, kannst du das viel leichter machen.Mit Angelina, meiner Kollegin, haben wir zuerst diskutiert, worüber wir schreiben wollen. Zur Auswahl stand: Etwas über ein europäisches Land oder Rapper zu schreiben. Wir haben uns dann für Letzteres entschieden, weil das möglicherweise mehr Jugendliche interessiert. Ausgewählt haben wir dann den Gangsta-Rapper Farid Bang.Das, was wir geschrieben haben, ist aufwww.kiku.at online gegangen – und alle konnten es sehen. Ich fand das schon sehr schön, und ich war auch ein bisschen stolz darauf.Lara Enül, 15

Jetzt bewerben!

Du bist zwischen 13 und 19 Jahre alt? Dann bewirb dich jetzt und gestalte einen Tag lang die Nachrichten von morgen – direkt aus dem KURIER-Newsroom.Du wirst amDienstag, 25. 11., die Herstellung einer KURIER- Ausgabe live miterleben, und darüber hinaus auch mitgestalten.Deine Meinung ist gefragt!

Alle Details findest du hier Bewerbungen bitte per eMail mit dem Betreff „Teenager machen Zeitung“ bis 4. 11. 2014 an: chefredaktion@kurier.at.

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