Leben
26.06.2018

Achtjährige verkauft Wasser – Nachbarin droht Polizei zu rufen

Ein Mädchen aus San Francisco wollte sich mit dem Verdienst den Traum eines Disneyland-Besuchs erfüllen.

Nachdem Erin Austin ihren Job verloren hatte, fehlte ihr das Geld für einen Disneyland-Besuch mit ihrer achtjährigen Tochter Jordan. Doch das Mädchen aus San Francisco wollte ihren Traum nicht aufgeben und schnappte sich kurzerhand eine weiße Kühlbox mit etwas Eis und ein paar Flaschen Wasser, um diese an Passanten in ihrer Nachbarschaft zu verkaufen. Das erzählte Austin gegenüber USA Today.  

Das Wohnhaus der Familie liegt direkt gegenüber des AT&T-Stadions, zu dem an jenem Tag viele Baseballfans pilgerten. Das achtjährige Mädchen versprach sich davon ein gutes Geschäft und pries ihre Ware mit dem Worten "eiskaltes Wasser für zwei Dollar" an. Eine Nachbarin namens Alison Ettel schien von der Aktion aber nur wenig angetan gewesen zu sein. Gegenüber San Francisco Chronicle berichtete sie, dass sie den ganzen Tag versucht habe zu arbeiten, sich aber wegen des Lärms draußen auf der Straße nicht konzentrieren konnte. Darum habe sie laut eigenen Angaben den Sicherheitsdienst des Gebäudes angerufen, gab aber gegenüber Jordans Mutter an, die Polizei zu informieren.

"Sie verkauft illegal Wasser"

Austin filmte die Aktion und postete sie später unter dem Hashtag #permitpatty auf der Fotobloggingplattform Instagram. In dem Video ist zu hören, wie sie in Richtung Alison Ettel sagt: "Diese Frau will ein kleines Mädchen kein Wasser verkaufen lassen. Sie ruft wegen eines achtjährigen Mädchens die Polizei." Darauf entgegnet Ettel: "Sie verkauft illegal Wasser ohne Erlaubnis."  

Im Netz wird Ettel seitdem mit Rassismus-Vorwürfen überhäuft. Sie habe sogar Morddrohungen bekommen. Wie die Washington Post berichtet, habe auch ihr Unternehmen, das Cannabis-Produkte für Haustiere herstellt, unter dem Vorfall gelitten. Ein Partner habe den Vertrieb der Produkte bereits eingestellt.

 

Mittlerweile bereut Ettel ihr Vorgehen, sie besteht jedoch darauf, dass dieses keinesfalls rassistisch motiviert gewesen sei. Sie sei aufgrund der Schreie und Rufe bei der Arbeit gestresst gewesen, auch wenn das keine Entschuldigung für ihr Verhalten sei.

Traum geht in Erfüllung

Inzwischen hat Jordans Cousine auf Twitter ein Video gepostet, in dem sie verriet, dass ein Musiker der Familie vier Tickets für Disneyland gespendet hat. In diesem ist auch Jordan zu sehen, die sich vor Freude kaum zurückhalten kann.

Außerdem verkündete Jordans Cousine, dass das Mädchen mittlerweile wieder Wasser verkauft. "Am selben Platz."

Unter dem Hashtag #PermitPatty machen sich indessen zahlreiche Nutzer über Alison Ettels Drohung, die Polizei zu rufen, lustig.