┬ę Facebook/Jarred Wall

Enjoy the tea!
09/14/2016

Mann liefert beste Antwort auf Rassismus

Die Reaktion eines Australiers auf die rassistischen Kommentare zweier Frauen begeistert tausende Menschen.

Als Jarred Wall k├╝rzlich in einem Kaffeehaus in der australischen Stadt Perth zusammen mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern zu Mittag a├č, schnappte er zuf├Ąllig die Unterhaltung zweier Damen am Nebentisch auf. Wie Wall dem australischen Radiosender ABC Local verriet, diskutierten die Frauen angeregt ├╝ber einen Mann, der "aufgrund seiner Hautfarbe an die Macht gekommen" sei.

Im Verlauf des Gespr├Ąchs kristalisierte sich f├╝r Wall heraus, dass sich die Frauen ├╝ber einen Aborigine unterhielten - und das in ├Ąu├čerst respekloser und rassistischer Manier. "Die Unterhaltung war geschmacklos. Begriffe wie 'Assimilation' wurden wahllos in den Raum geworfen", so Wall.

"Genie├čen Sie den Tee!"

Anstatt die Frauen lautstark auf die Unangebrachtheit ihrer Worte hinzuweisen, entschied sich Wall milde Taten sprechen zu lassen. Wie er mit Postings auf Instagram und Facebook belegt, zahlte der Mann, dessen Vorfahren selbst Aborigines waren, die Rechnung seiner Tischnachbarinnen.

Auf Social Media teilte der Mann ein Foto der Rechnung, die er mit einer Notiz versah, bevor sie vom Kellner an den Tisch der Damen weitergereicht wurde. "Genie├čen Sie den Tee! Mit Empfehlung der zwei Aborigines vom Nachbartisch Nummer 26", schrieb er auf den Kassenbon.

In seinem Posting erkl├Ąrt der junge Mann, dass er zwar mit einer Wutrede auf die beiden losgehen h├Ątte k├Ânne, doch "das h├Ątte nicht geholfen". Bei der Community fand Walls Antwort auf diese Form des Alltagsrassismus gro├čen Anklang. Bisher wurde das Posting ├╝ber 24.000 Mal gelikt. In den knapp 2.400 Kommentaren wird sein Verhalten mehrheitlich unterst├╝tzt. Einige User werfen dem Mann jedoch Aufmerksamkeitshascherei vor.

Gegen├╝ber ABC Local sagte Wall, dass er mit der Aktion einen alternativen Weg der Konfliktl├Âsung finden wollte. Die verwunderte Reaktion der Frauen konnte er nur aus der Ferne beobachten, da seine Kinder unbedingt auf den nahegelegenen Spielplatz gehen wollten.

├ťber die Viralit├Ąt seines Postings sei er ├╝berrascht. "Ich habe wirklich nicht gedacht, dass sich das alles so in die H├Âhe schrauben w├╝rde. Wenn ich damit etwas Bewusstsein schaffen und Respekt generieren konnte, dann ist mein Ziel aber erreicht."

Geschichte der Unterdr├╝ckung

Mit der fortschreitenden Besiedelung Australiens durch die Europ├Ąer begann Ende des 18. Jahrhunderts eine ├ära der Unterdr├╝ckung f├╝r die Ureinwohner des Kontinents. Erst 1949 erhielten alle Aborigines offiziell die australische Staatsb├╝rgerschaft. In den 1960er-Jahren wurden ihnen schlie├člich auch die gleichen B├╝rgerrechte zugestanden. Heute leben ungef├Ąhr 600.000 Aborigines in Australien - ├╝ber die H├Ąlfte von ihnen in St├Ądten. Allerdings sind viele nach wie vor sozial schlechter gestellt. Armut, Arbeitslosigkeit, geringe Bildung sowie eine niedrigere Lebenserwartung sind wiederkehrende und generationen├╝bergreifende Probleme im Leben vieler Aborigines. Anthropologen f├╝hren dies prim├Ąr auf die Folgen der Kolonialisierung und der kulturellen Entwurzelung zur├╝ck.

Studie zeigt: Aborigines sind Australiens Ureinwohner

Erst vor wenigen Monaten war im Rahmen einer gro├čangelegten Studie nachgewiesen worden, dass die Aborigines die ersten Bewohner Australiens waren (der KURIER berichtete). Zuvor bestand aufgrund anderer Untersuchungen Uneinigkeit dar├╝ber, ob es vor den Aborigines andere Menschen auf dem Kontinent gab oder nicht.

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