© dapd

CD der Woche
09/16/2012

ZZ Top sind zurück

Das neue Album der wunderbaren ZZ Top ist ein mehr als nur überzeugendes Comeback. Auf "La Futura" erinnert sich die Band an ihre Vergangenheit als Blues-Combo und Texmex-Fans.

von Guido Tartarotti

Das wird ein guter Herbst: Nach dem hinreißenden neuen Bob-Dylan-Album "Tempest" überraschen jetzt ZZ Top mit einem Comeback auf höchstem Niveau.

Verantwortlich dafür ist der legendäre Produzent Rick Rubin (berühmt für seine Arbeit mit Slayer, Johnny Cash, Red Hot Chili Peppers, berüchtigt für seine Arbeit mit Metallica). Ihm – seit vielen Jahren mit Mastermind Billy F. Gibbons befreundet – gelang es, ZZ Top auf das zurückzuführen, was sie in den Siebzigerjahren waren: Eine Bluesrockband, geprägt von aus Mexiko einstrahlenden Radiosendern, mit offenen Ohren für stilistische Verführungen. Der Albumtitel ist insofern ein guter Gag.

Das breite Spektrum dieses Albums wird durch die ersten beiden Songs abgesteckt. "Gotsta Get Paid" ist eine Kollaboration mit dem Houstoner Hip­-Hop-Künstler DJ DMD, wild groovend und doch knöcheltief im Blues­schlamm watend, alt und neu zugleich. "Chartreuse" dagegen ist klassischer ZZ-Top-Rock, mit einem typischen, rollenden Gibbons-Gitarrenriff im Stil von "Francine" oder "Tush".

Was sofort auffällt: das Album klingt einfach gut. Es ist erstklassig produziert und gespielt, die Gitarren grollen und mahlen, die Vocals knurren, die Arrangements sind kraftvoll und sexy.

Weidwund

Und die Kompositionen wirken inspiriert wie schon lange nicht mehr. "Over You" z. B. verblüfft: Eine weidwunde Seelen-Autschi-Ballade, zum Herzerweichen krächzend gecroont von Gibbons. "Flyin’ High" ist geschmeidiger Hardrock mit Hit-Melodie. Die Coverversion "It’s Too Easy Mañana" ist dagegen sehr witziger Texmex-Folk-Blues, nahe an der Parodie.

"Wir wollten uns auf die Direktheit unserer frühen Sachen besinnen, aber ohne den modernen Technologien den Rücken zu kehren", kommentiert Gitarrist Billy F. Gibbons die neue Arbeit des seit 1969 in unveränderter Besetzung tätigen Trios (Frank Beard, Schlagzeug; Dusty Hill, Bass).

Das Resultat ist das beste ZZ-Top-Album seit "Eliminator" von 1983.


KURIER-Wertung: ***** von *****

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.