Elektro-Pop-Musikerin Paenda will im zweiten ESC-Halbfinale mit "Limits" überzeugen.

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Kultur
05/16/2019

Starke Konkurrenz im ESC-Semifinale: Schafft Paenda die Sensation?

In Tel Aviv geht Donnerstagabend das zweite Halbfinale des ESC über die Bühne. Österreich hat allen Grund mitzufiebern.

Performance-technisch solider und musikalisch hochwertiger: So wird das zweite Halbfinale des Song Contest 2019 unter Insidern gehandelt. Die Regeln bleiben gleich: Nur zehn der insgesamt 18 Teilnehmer dürfen sich am Ende des Abends über ein Finalticket freuen.

Sie gesellen sich zu den fix qualifizierten Big Five – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien –, Gastgeberland Israel und den zehn Nationen, die aus dem ersten Halbfinale siegreich hervorgegangen sind.

Bangen um den Finaleinzug

Schlechte Nachrichten für Österreich kommen von den Wettbüros: Die sehen Paenda scheitern. Beim Vergleich von 18 Wettanbietern liegt die Sängerin mit ihrer Ballade "Limits" nur auf Platz 14 des 18-köpfigen Feldes. Es könnte also der erste und einzige Auftritt für die 31-Jährige beim ESC werden. Sie startet jedenfalls auf Platz neun in der Show. Und abgerechnet wird freilich erst zum Schluss.

Wer als Fixstarter für einen Aufstieg gilt, wem die Buchmacher ebenfalls schlechte Chancen prognostizieren und was man Performance-technisch von den teilnehmenden Nationen erwarten darf, lesen (und sehen) Sie in unserer Diashow.

ESC in Tel Aviv: Das erwartet Sie im zweiten Halbfinale

Österreich

Mit Elektro-Pop ins Finale - darauf hofft Donnerstagabend ganz Österreich. Sängerin Paenda, die heuer für Österreich mit von der ESC-Partie ist, tritt in ganz schön große Fußstapfen: Immerhin belegte Vorjahreskandidat Cesár Sampson 2018 den sensationellen dritten Platz. Paenda geht mit der Ballade "Limits" in Tel Aviv an den Start. Der Song setzt mehr auf ruhige Sphärenklänge denn auf Tempo. Gewisse Ohrwurmqualitäten hat er dennoch. Ob das für den Finaleinzug reicht? Wir werden sehen.

Aserbaidschan

Aserbaidschan setzt heuer auf einen modernen Pop-Song - und auf innovative Inszenierung. Zwischen Laserstrahlen produzierenden Roboterarmen und LEDs in Dreiecksform wird Sänger Chingiz "Truth" performen. Inhaltlich dreht sich darin alles um eine unehrliche und toxische Beziehung. Bei den Wettbüros steht Chingiz jedenfalls hoch im Kurs.

Nordmazedonien

Klassischer geht es bei Tamara Todevska zu, die für Nordmazedonien antritt. Ihre raumgreifende Inszenierung (auf der fast schwarzen Bühne reflektieren sechs Spiegel die Silhouette der Sängerin) liefert sie im türkisen Taftkleid ab. In der Ballade "Proud" ruft die 33-Jährige junge Frauen dazu auf, ihre Stimme zu erheben. Glaubt man den Wettquoten, wird auch sie am Ende des Abends Grund zur Freude haben.

Niederlande

Der Niederländer Duncan Laurence versucht mit Schlichtheit zu überzeugen. Weniger ist mehr, lautet das Motto seiner reduzierten Performace, die mit einem E-Piano, dem Sänger selbst und einer Leuchtkugel auskommt. An seinem Instrument sitzend besingt er in "Arcade" Liebe und Verlust. Laut den Wettbüros wird ihn das bis ins Finale bringen.

Norwegen

Norwegen ist mit einer Botschaft nach Israel gereist: In "Spirit In The Sky" plädiert die Band "KEiiNO" energisch für Gleichberechtigung. Dabei begleiten Nordlichter die drei Sänger. Und: Vorgetragen wird der Song in der Gesangsart "Joik". Wer davon noch nie etwas gehört hat: Klingt ein bisschen wie Jodeln und entstammt dem Volk der Samen, den Ureinwohnern Lapplands. Die Truppe ist bei den Prognosen der Wettanbieter gut dabei.

Albanien

Jonida Maliqi steigt für ihre Performance aufs Podest: Von diesem aus liefert die Albanerin in Landessprache ihren Song "Ktheju tokës" ab. Ihr bodenlanges schwarzes Kleid mit Goldapplikationen trägt das Übrige zur Opulenz der Show bei. Allzu viel Hoffnung auf einen Finaleinzug darf sie sich jedoch nicht machen, wenn man den Quoten Glauben schenkt.

Russland

Russland schickt dieses Jahr mit Sergey Lazarev einen echten Superstar ins Rennen. Bei seinem Song "Scream" dominieren Gewitterstürme, Dunkelheit und Spiegeleffekte die Bühne. Ob's gefällt, ist Geschmackssache, unterhaltsam ist der Act allemal. Ein Finaleinzug scheint relativ fix.

Litauen

Jurij Veklenko soll für Litauen den Traum vom ESC-Sieg wahr werden lassen. Versuchen wird er das mit dem Popsong "Run With The Lions". Dabei zeigt sich der 28-Jährige als Vollprofi: Das Spiel mit der Kamera etwa beherrscht er perfekt. Übrigens: Jurij Veklenko ist kein ESC-Neuling, er stand schon einmal als Backgroundsänger auf der Song-Contest-Bühne. Nun darf er allein ins Rampenlicht. Aber wohl nur einmal - einen Platz im Finale trauen ihm die wenigsten zu.

Malta

Bunt wird's bei Teilnehmerland Malta: Spritzig, unbekümmert und energiegeladen performt Sängerin Michela den R'n'B-Titel "Chameleon". Wie der Songname annehmen lässt, verändern sich dabei die Farben und Backgrounds der Bühne. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt Michela und ihren Tänzern nicht. Das könnte sich auszahlen: Mit einem Einzug in die Finalshow wird gerechnet.

Kroatien

Flügel - das sind Kroatiens Wunderwaffen beim diesjährigen ESC. Mit diesen präsentiert Roko Blažević die Ballade "The Dream". Ob das Lied traumhaft genug fürs Finale ist, wird sich weisen. Dramatisch ist es allemal.

Schweden

Schweden schickt heuer John Lundvik zum ESC - aber nicht nur: Begleitet wird der Sänger auf der Bühne in Tel Aviv von einem Gospelchor. Zu den finalen Klängen des Songs wird der Musiker in goldenes Licht getaucht - könnte man sich auch als Siegerperformance vorstellen. Theoretisch.

Dänemark

Ein bisschen Bullerbü bringt Sängerin Leonora zusammen mit ihren Tänzern auf die Bühne. Vor blauem Himmel und weißen Wolken singt die 20-Jährige aus dem dänischen Hellerup über die Liebe. Charmant. So viel Heiterkeit könnte für ein Finalticket sorgen.

Rumänien

Bei Ester Peony ist einiges los auf der Bühne: Feuerprojektionen, Goldregen und Pyrotechnik sorgen für fulminante Showeffekte. Damit nicht genug: Die kanadisch-rumänische Musikerin wird von ihren Tänzern wild herumgewirbelt, während sie in "On A Sunday" über Rachegelüste singt.

Lettland

Die lettische Indie-Pop-Band Carousel, bestehend aus Sängerin Sabīne Žuga und Gitarrist Mārcis Vasiļevskis, vertritt Lettland beim ESC 2019 in Israel. Seit 2015 machen die zwei Musiker gemeinsame Sache, beim Song Contest performen sie ohne großes Tamtam den Song "That Night". Sympathischer Act, in der finalen Samstagsshow sehen die Buchmacher das Duo aber eher nicht.

Schweiz

Luca Hänni, den meisten aus der neunten Staffel der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bekannt, zeigt sich beim ESC gewohnt sympathisch - und ungewohnt feurig. Mit einer dynamischen Latino-Choreo will er das Publikum für sich gewinnen. Die Quoten sind jetzt schon auf seiner Seite.

Moldawien

Anna Odobescu ist für die Republik Moldau dabei. Verstärkung bekommt sie auf der Bühne von einer Sand-Künstlerin, die die Geschichte des Songs "Stay" bildlich darstellt.

Irland

Irland will heuer mit Sixties-Sound punkten. Dafür holt man Sarah McTernan auf die Bühne. Eine Prise Pop Art und ein knallrotes Lederoutfit runden die Performance ab.

Armenien

Mit einer starken Botschaft ist die armenische Sängerin Srbuk für ihr Heimatland am Start: Während des Songs "Walking Out" lässt sie eine Beziehung, die ihr nicht gut tut, hinter sich. Dabei zerbricht die Leinwand hinter ihr sinnbildlich in tausend Scherben. Mit einem Einzug ins Finale, wie er vorausgesagt wird, wäre die Welt wieder in Ordnung.