Gal Gadot muss wieder einmal die Welt retten: „Wonder Woman 1984“

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Kritk
02/19/2021

"Wonder Woman 1984": Zwischen Bundfalte, Bauchtasche und Polo-Shirt

Die umwerfende Gal Gadot verliert als Superheldin Wonder Woman in einer zerspragelter 80er-Jahre-Story an Glanz

von Alexandra Seibel

Als sich Gal Gadot als „Wonder Woman“ im Jahr 2017 mit glühendem Lasso auf den Kinoleinwänden abseilte, ging ein Raunen des Entzückens durch das Publikum. Regisseurin Patty Jenkins war es gelungen, dem ausgelaugten Genre der Superhelden mit einer hinreißenden Heldin aus dem DC-Comic-Universum neues Leben einzuhauchen. Dementsprechend groß war die Vorfreude auf die Fortsetzung „Wonder Woman 1984“, die von der Produktionsfirma Warner in den USA auf dem hauseigenen Streamingservice HBO Max veröffentlicht wurde und nun auf Sky abrufbar ist.

Im Lichte des Feuerwerks an Begeisterung, das sie ursprünglich entzündete, nimmt sich „Wonder Woman 1984“ weniger glanzvoll aus.

Gal Gadot als wehrhafte Amazonenheldin hat zwar an Charme, Eleganz und Warmherzigkeit nichts eingebüßt. Doch die unordentliche Story, mit der man sie zugebaut hat, bleibt nicht ohne eindämmende Wirkung.

Der Sprung in die 80er Jahre ist Wonder Woman nicht wohl bekommen, denn nun sitzt sie einsam in Washington D.C. herum – wenn sie nicht gerade Menschen aus brenzligen Situationen rettet.

Jenkins strapaziert die üblichen Klischees der Achtzigerjahre zwischen Bundfalte, Bauchtasche, Polo-Shirt und sexistischen Witzen, ehe sie die Handlung mit dem Fund eines magischen Kristalls anwirft, der Wünsche erfüllen kann. Eine Yuppie-Karikatur namens Maxwell Lord („Mandalorian“-Star Pedro Pascal) reißt den Stein an sich und beginnt, mit seinen machthungrigen Wünschen seine Umgebung zu zerstören. Washington sieht bald so aus wie jüngst nach der Erstürmung des Kapitols.

Weiters muss sich Wonder Woman mit Cheetah herumschlagen, einem ehemals netten Nerd-Girl, das sich in eine aggressive Kampfblondine verwandelt hat. Spätestens da beginnt sich die Geschichte zwischen den drei Hauptfiguren und ihren disparaten Schauplätzen zu zersprageln. Der finale, wenig dynamisch inszenierte Zweikampf zwischen den Frauen hinterlässt den Eindruck, als würde Wonder Woman gegen ein Ensemble-Mitglied aus „Cats“, dem Musical, antreten. Das sieht einigermaßen spaßig aus und liefert letztendlich genügend Unterhaltungswert für einen Abend im Heimkino.

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