Wolfgang Ambros wird 70: "Vielleicht war ich zu lange jung“

Wolfgang Ambros wird 70: "Vielleicht war ich zu lange jung“
Wolfgang Ambros über das Schicksal, verweigerte Therapien, das Live-Spielen, Krieg, Umweltzerstörung und seine Unlust auf eine neue Platte.

Am 19. März wird Wolfgang Ambros 70 Jahre alt. Im Interview zeigt er sich ungebrochen und hellwach. Er geht auf zwei Stöcken, das aber bemerkenswert flott. Im Buch „A Mensch möcht i bleib’n“ erzählt er schonungslos offen aus seinem Leben.

KURIER: Wie geht es Ihnen?

Wolfgang Ambros: Ich hab Corona angeblich gehabt und hab nicht das geringste bemerkt, obwohl ich jeden Tag in mich hineingehört habe. Es hat ja geheißen, man kriegt Halsweh, aber ich hab jeden Tag ein oder zwei Lieder gesungen ohne Probleme.

In Ihrem Buch schreiben Sie erstaunlich offen über Leid, Krankheit und Verlust. Das ist nicht gerade das, was man sich von einer Rockstar-Biografie erwartet.

Für mich war das der einzige Grund, das Buch zu schreiben: Ich wollte das loswerden. Mich kennen ja viele Menschen, und denen wollte ich sagen: Halt, auch mir geht es oft nicht gut. Ich wollte, dass das jeder weiß.

Dabei war Ihr Image immer: stark und unverwundbar.

Aber dieses Image habe nicht ich geschaffen. Ein Rockstar, der auf der Bühne steht, der gilt als stark. Und er muss auch stark sein, um das alles auszuhalten. Dafür wird dir unendlich viel verziehen. Du kannst dich aufführen wie die letzte Krot’. Das wirft dir niemand vor – außer du sagst was Falsches und gibst Schwächen preis. Als österreichischer Rockstar hast du es aber eh leichter – dem wird schon von vorherein nicht so viel zugetraut und nicht so viel zugemutet.

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