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Kultur
11/04/2019

Wo durch steigende Meere, Fluten und Erosion Gefahr droht

Archäologen der Zukunft werden wohl einen großen Teil unseres Kulturerbes in den Meeren suchen müssen.

Bereits 2014 haben Klimaforscher der Universität Innsbruck und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung untersucht, welche Auswirkungen der Klimawandel auf mehr als 700 von der UNESCO gelistete Kulturdenkmäler haben wird. Für ihre Berechnungen gingen sie von unterschiedlich hohem Temperaturanstieg aus: Wenn die globale Durchschnittstemperatur auf der Erde um ein Grad Celsius zunimmt, wären weltweit bereits 40 Kulturstätten unmittelbar vom Wasser bedroht. Bei drei Grad plus könnte sogar rund ein Fünftel des Weltkulturerbes gefährdet sein.

136 Standorte würden dann auf lange Sicht unter dem Meeresspiegel liegen, darunter der Tower von London, das Opernhaus in Sydney oder die einzigartigen Baudenkmäler in St-Petersburg, Istanbul und Brügge.

Das Fazit der Forscher: Wenn wir den Klimawandel nicht begrenzen, werden die Archäologen der Zukunft einen großen Teil unseres Kulturerbes in den Meeren suchen müssen.

Im Vorjahr legten Klimaforscher der Universität Kiel nach und beschrieben im Fachblatt Nature Communications das Gefahrenpotenzial von Sturmfluten und Küstenerosion: Bereits jetzt seien von den 49 untersuchten Welterbestätten in niedriggelegenen Küstengebieten des Mittelmeers 37 von einer sogenannte Jahrhundertsturmflut bedroht – ihr Risiko beträgt in jedem einzelnen Jahr ein Prozent. 42 seien durch eine mögliche Küstenerosion gefährdet. Bis zum Jahr 2100 könnte das Flutrisiko in der gesamten Region um bis zu 50 Prozent steigen und das Erosionsrisiko um bis zu 13 Prozent – wobei einzelne Denkmäler weit stärker betroffen sein könnten.

Besonders hoch ist die Gefahr von Überflutungen im nördlichen Adriaraum. Die Klimaforscher nennen die Lagune von Venedig, die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta und die Basilika von Aquileia. In Kroatien zähle die historische Stadt Trogir und die Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik dazu.

Erosion bedroht der Studie zufolge die archäologischen Stätten Tyros im Libanon, Ephesos in der Türkei, Tarragona in Spanien sowie Pythagorio und Heraion auf der griechischen Insel Samos.

Nur zwei untersuchte Unesco-Stätten, Medina in Tunesien und Xanthos-Letoon in der Türkei, seien von keinem der beiden Risiken bis Ende des 21. Jahrhunderts betroffen.

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