© Wien Modern/Sylvia Marz-Wagner

Neue Musik
10/16/2014

Wien Modern: Sitcom, Oper, Film und Alphörner

Das Wiener Musikfestival legt seinen Schwerpunkt heuer auf Film und auf Georg Friedrich Haas.

von Peter Temel

Selbst das Wiener Festival für Gegenwartsmusik erliegt dem Boom der TV-Serien und bringt die Sitcom-Oper "Das Leben am Rande der Milchstraße" von Bernhard Gander auf die Bühne. Drei Teile waren bereits bei den Bregenzer Festspielen zu sehen, im Konzerthaus werden alle sieben Folgen bis zum Serienfinale aus der Welt der Bürokratie gezeigt.

Die diesjährige Ausgabe von Wien Modern (29. Oktober bis 21. November) widmet sich mit dem Schwerpunkt "on screen" überhaupt der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Musik und den Medien TV und Kino. Unter dem Titel "Neue Musik im Spielfilm" werden im Filmmuseum bereits ab 21. Oktober Filme von "Citizen Kane" bis Scorseses "Shutter Island" präsentiert.

Passend zur Bildschirmlastigkeit des Programms wurde Schwerpunktkomponist Georg Friedrich Haas bei der Präsentation am Donnerstag per Video aus New York zugeschaltet. Bei der Frage nach Plänen für Musiktheaterprojekte streikte die Übertragung. Haas scherzte: das "Störfeuer" komme wohl aus der Staatsoper.

Gespannt ist Haas auf die Aufführungen von Concerto Grosso Nr. 2 – durch das RSO Wien bei der Eröffnung –, sowie von Nr. 1, bei dem im Musikverein vier Alphörner erklingen werden, ebenso auf sein Konzert für sechs „gegeneinander verstimmte“ Klaviere.

Der diesjährige Träger des Erst-Bank-Komponistenpreises, der Oberösterreicher Reinhard Fuchs, fügt sich ebenfalls in die Verbindung von Musik und Film ein. Sein Werk "Mania", das im Konzerthaus vom Klangforum Wien uraufgeführt wird, ist vom David-Lynch-Film "Blue Velvet" inspiriert.

Nachfolgefrage

Wer Matthias Lošek ab 2016 als künstlerischer Leiter nachfolgen wird, blieb offen. Die Entscheidung werde laut Wien-Modern-Präsident Matthias Naske aber schon bald, möglicherweise noch diesen Monat veröffentlicht. Der Vorstand befinde sich "in sehr intensiven Gesprächen mit einer ganzen Reihe von exponierten Trägern von Wissen", so Naske. Lošek selbst sprach nicht über seine eigene Zukunft und richtete den Fokus lieber auf das kommende Festival.

Vorstandsmitglied Thomas Angyan wies darauf hin, dass die Förderungen durch die Öffentliche Hand gleich geblieben sind: 700.000 Euro kommen demnach weiterhin von der Stadt Wien, 100.000 Euro vom Bundeskanzleramt. Ergänzt wird dies durch private Sponsoren.

INFOS: Wien Modern 2014, 29. Oktober bis 21. November, an 18 Spielorten in Wien, Karten: Konzerthaus (Tel. 01/242002), Musikverein (01/5058190)

Die Eröffnungsrede am 29. Oktober im Wiener Konzerthaus wird der Schriftsteller, Historiker und Journalist Philipp Blom ("Der taumelnde Kontinent") halten. Blom wird auf das Gedenken an 100 Jahre Erster Weltkrieg eingehen, unter Berücksichtigung kulturgeschichtlicher Ereignisse vor, in und nach den Jahren des Krieges.

www.wienmodern.at

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