Kultur 05.12.2011

Wieder Kritik an Salzburger Festspielen

© Bild: APA/Stiplovsek Dietmar

Nach dem Rechnungshof bemängelt auch der scheidende Präsident der Bregenzer Festspiele die Strukturen sowie den schwachen Aufsichtsrat.

Nach dem Rechnungshof, der den Salzburger Festspielen eine neue Struktur empfiehlt, bekommt das Festival einen weiteren Zuruf von außen, der in diese Richtung abzielt: Günter Rhomberg, der scheidende Präsident der Bregenzer Festspiele, bezeichnet den organisatorischen Aufbau in Salzburg als nicht mehr zeitgemäß. "Es gibt keinen kompetenten Aufsichtsrat als starken Partner des geschäftsführenden Direktoriums. Ein Kuratorium, wie es heute besteht, kann keine wirkliche Kontrollfunktion ausüben." Sein Vorschlag: Der Präsident soll dem Intendanten, dem Kaufmännischen Leiter und auch einem gestärkten Aufsichtsrat vorstehen, sagte er gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Freitagausgabe).

Der künftige Intendant Alexander Pereira benötige einen starken Aufsichtsrat. Das sei mit jetzigen Kuratorium nicht gesichert, weil dieses in jüngster Vergangenheit kapitale Fehler begangen habe: Etwa einen Intendanten zu bestellen, ohne sich von diesem ein Konzept erörtern zu lassen. Daher solle sich dieses Gremium auf die Genehmigung von Subventionen beschränken. Der neue Aufsichtsrat sollte mit Experten aus Wirtschaft und Kunst besetzt werden, den Künstlerischen und Kaufmännischen Leiter bestellen und diese kontrollieren.

Pereiras Pläne seien bewundernswert, aber riskant

Nach dem Rechnungshof kritisiert nun auch Günter Rhomberg die Struktur der Salzburger Festspiele.
© Bild: APA/Stiplovsek Dietmar

Pereiras Pläne für seinen ersten Sommer 2012 - Verlängerung der Festspiele, 40.000 zusätzliche Karten, Erhöhung des Budgets von 50 auf 57 Millionen Euro und Verzicht auf Wiederaufnahmen - bewundert Rhomberg. Gleichzeitig bezeichnete er sie aber auch als sehr riskant. Außerdem müsse das Kuratorium darauf achten, dass die Salzburger Festspiele ein künstlerischer Leitbetrieb blieben. Denn um die drei bekanntesten Opern mit den bekanntesten Sängern aufzuführen (Pereira plant für 2012 "Die Zauberflöte", "Carmen" und "La Boheme"), "brauche ich keinen Künstlerischen Leiter, das kann jeder Kaufmann".

Erstellt am 05.12.2011