Kultur
23.05.2018

Wenn alle ORF-Sender die gleiche Idee haben

Drei ORF-Sender konkurrenzieren einander mit Info-Sendungen zur selben Zeit. Das droht auch im Hauptabend.

Am Dienstagabend startete ORFIII ohne große Ankündigungen den neuen werktäglichen Info-Vorabend: Um 19.18 Uhr ging „ Österreich Heute“ mit den „aktuellsten Berichten aus den Bundesländern" auf Sendung; um 19.30 Uhr folgte „Österreich Heute – Das Magazin“.

Neue Info-Sendungen im ORF – das klingt auf den ersten Blick so richtig öffentlich-rechtlich und damit total toll.

Ist es aber nicht.

Die ORF-Senderfamilie schafft es nun, sich auf drei Sendern gleichzeitig selbst mit Info-Sendungen Konkurrenz zu machen. Neben der „Österreich Heute“-Strecke in ORFIII gibt es parallel „Bundesland heute“ und die „Zeit im Bild“ in ORF2 sowie das „ZiB Magazin“ in ORFeins. Wer andere Interessen als Trump, die Koalition oder Landeshäuptlinge hat, der schaut beim ORF komplett in die Röhre. Was bleibt, ist das Umschalten zur meist deutschen Konkurrenz.

Das wird zur besten Sendezeit auch bald so sein. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat ein „Wagnis“ angekündigt: Eine werktägliche „Newsshow“ soll um 21 Uhr in ORFeins gegen „Report“ & Co in ORF2 programmiert werden – und damit wohl auch noch gegen Dokumentationen und Diskussionen in ORFIII.

Diese vielen neuen Sendeminuten mögen Österreichs Politiker freuen. Sie sind aber selbst für Politik-Junkies eine Überdosis.