Kultur
04.10.2017

Weltmuseum: Keine Ausschreibung für neuen Direktor

KHM-Konzern.Steven Engelsman geht mit Jahresende, sein Job wird nicht ausgeschrieben.

Am 25. Oktober ist das Ziel von Steven Engelsman erreicht: Um 19 Uhr wird das Weltmuseum, vormals Völkerkundemuseum, mit einer Multikulti-Show von André Heller eröffnet. Mit Jahresende wird der Niederländer Wien wieder verlassen.

Wer ihm nachfolgen wird, will oder kann er im Gespräch mit dem KURIER nicht sagen. Obwohl sein Abgang bekannt ist, wurde der Job nicht ausgeschrieben.

Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) hat vor einem Monat den Nachfolger für KHM-Generaldirektorin Sabine Haag bestellt – zwei Jahre im Vorhinein. Dass man bezüglich des Weltmuseums bisher nicht aktiv geworden ist, will Engelsman nicht kommentieren. Aber: "Ich finde, dass ein Haus wie dieses eine internationale Ausschreibung verdient."

Das Kunsthistorische Museum (KHM), zu dem das Weltmuseum gehört, gab auf Anfrage bekannt, dass die Geschäftsführung Ende der Woche ihre Pläne bekannt geben werde. Sie sei zu keiner Ausschreibung verpflichtet. Dem Vernehmen nach soll Engelsmans Stellvertreter Christian Schicklgruber bestellt werden.

Warum Engelsman geht, erklärt er so: "Von Anfang waren fünf Jahre vorgesehen, um das Projekt der Neuaufstellung zu realisieren. Eigentlich hätten wir ja am Nationalfeiertag 2016 eröffnen wollen, aber dann kam die Redimensionierung. "

Im Herbst 2014 hatte der damalige Kulturminister Josef Ostermayer ( SPÖ) bekannt gegeben, dass er nicht gewillt sei, den prognostizierten Anstieg der Betriebskosten zu finanzieren: Das Weltmuseum habe mit den gegenwärtigen Mitteln das Auslangen zu finden. In der Folge kam es zu Adaptierungen, Engelsman verzichtete notgedrungen auf seinen "Korridor des Staunens".

Die Wiedereröffnung verzögerte sich daher um ein Jahr. Und so wurde Engelsmans Vertrag, der ursprünglich bis zum 1. Mai 2017 lief, von der Geschäftsführung des KHM bis zum Ende dieses Jahres verlängert. "Eine zweite Periode habe ich nie angestrebt", sagt Steven Engelsman. "Am 14. Oktober werde ich 68 Jahre alt. Zehn Jahre: Das wäre mir zu lange gewesen."