Kultur
29.04.2017

Was aus dem ORF2-Magazin "Heute Leben" wird

Ab September soll die Sendung "Daheim in Österreich" heißen - weitere Änderungen im Programm

Die Vorabendsendung "Heute Leben" wird wohl ab Herbst Geschichte sein. Wie aus dem ORF in den vergangenen Wochen mehrfach verlautet, ist geplant, die Sendung in "Daheim in Österreich" umzubenennen. Sie soll ab September im fahrenden Studio von "Guten Morgen Österreich" produziert werden.

Hintergrund sind einerseits Sparüberlegungen – der ORF muss ja 300 Millionen reduzieren –, andererseits eine Änderung der ORF2-Magazine. Diese sollen künftig von in der Früh ("Guten Morgen Österreich") bis zum Vorabend ("Daheim in Österreich") aus einem Guss sein – sowohl thematisch als auch vom Namen. Die künftigen Sendungstitel sollen "Guten Morgen Österreich", "Mittag in Österreich", "Aktuell in Österreich" und eben "Daheim in Österreich" lauten. Einen entsprechenden Beschluss hat die ORF-Geschäftsführung Anfang April gefasst.

Fundament obsolet

Weil der bisherige Fernsehgarten, der im ORF als "Heute Leben"-Studio dient, über keine aufrechte Baugenehmigung mehr verfügt, wurde bereits ein Fundament für ein neues Studio gelegt. Dieses wird allerdings mit dem Beschluss, die Sendung aus dem Lkw zu bestreiten, obsolet.

Der ORF nimmt es pragmatisch, wie die offizielle Auskunft lautet: Das Fundament solle stattdessen "für eine der zukünftig ohnehin notwendigen Raucher-Bereiche/-Terrassen" genutzt werden. Das gesamte ORF-Zentrum wird zukünftig Nichtraucher-Zone). Es sei somit keinerlei verlorener Aufwand entstanden. Die Neu-Organisation von "heute Leben" im mobilen Studio ab Herbst führe darüber hinaus natürlich zu Kosten-Einsparungen im Produktionsbereich.

Konkret sollen statt vier Redaktionen nun eine Redkation an den Formaten arbteien. Die Zahl der Produktionsplätze werde auf zwei halbiert, heißt es. Zu Kündigungen soll es jedoch nicht kommen. Geplant ist außerdem eine App, mit der Seher Videos schicken können.

Lange Tradition

Die neue Sendung "Daheim in Österreich" steht in einer langen Tradition lockerer Vorabendmaganzine. So hätten etwa Stermann und Grissemann einen anderen Namen für ihre Comedy-Sendung, wenn es nicht irgendwann "Willkommen Österreich" gegeben hätte – ein Wohlfühlmagazin als "TV-Wohnzimmer der Nation" – schon damals mit Wolfram Pirchner, der das damalige Magazin seit 1995 moderierte. Im Zuge der ersten Programmreform unter Alexander Wrabetz wurde daraus 2007 das neue, kürzere "Heute in Österreich". 2012 wurde daraus "Heute Leben."