Die Koproduktion „Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus übersiedelt von Salzburg nach Wien, wo sie ab 5. September im Burgtheater zu sehen sein wird

© APA/BARBARA GINDL

Theater-Vorschau
09/01/2014

Vorhang auf, Augen auf, Ohren auf

Saisonstart in Wien: Kriegsdramen, Uraufführungen, Komödien, Raritäten und Musiktheater mit Weltstars.

Das vergangene Wiener Theaterjahr war von Querelen rund um Ex-Burgchef Mathias Hartmann überschattet. Die kommende Saison verspricht zumindest für seine Frau Alexandra Liedtke besser zu werden: Sie inszeniert am 4. September in der Josefstadt Arthur Schnitzlers "Liebelei" und übernimmt damit den Auftakt der Wiener Theatersaison. "Liebelei" ist Liedtkes dritte Josefstadt-Arbeit und bietet eine wunderbare Bühne für Josefstadt-Doyen Otto Schenk, der im Juli seinen 80. Geburtstag beging – natürlich auf der Bühne. Jetzt spielt er in der "Liebelei" Christines Vater Hans Weiring, Violinenspieler am Josefstädter Theater. An seiner Seite sind Alma Hasun und Florian Teichtmeister zu sehen.

Einen Tag später, am 5. September, folgt der Auftakt der Burgtheater-Saison und damit Karin Bergmanns Start als interimistische Burgtheater-Direktorin: Das Haus am Ring zeigt mit Karl Kraus’ Weltkriegspanoptikum "Die letzten Tage der Menschheit" eine Produktion, die in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen entstand, wo sie im Juli gezeigt und mehrheitlich positiv bewertet wurde wurde. Bei dem Kriegsdrama, das von Georg Schmiedleitner in Szene gesetzt wird, hätte ursprünglich der ehemalige Burghtheaterdirektor Mathias Hartmann die Regie übernehmen sollen, er wurde jedoch nach seiner Entlassung als Burgchef auch von dieser Aufgabe entbunden. Zu sehen sind u. a. Dörte Lyssewski, Peter Matić und Elisabeth Orth.

Am Tag darauf zeigt das Akademietheater die Uraufführung eines Stückes des jungen, mehrfach ausgezeichneten Dramatikers Wolfram Lotz ("Einige Nachrichten an das All"): "Die lächerliche Finsternis" handelt von somalischen Piraten und neokolonialistischen Realitäten. Es spielen u. a. Dorothee Hartinger, Catrin Striebeck. Regie und Bühne: Dusan David Parizek. Die Kammerspiele starten die neue Spielzeit am 11. September mit einem Franz-Wittenbrink-Abend. "Schön, schön, schön" handelt von einem Lady-Fitness-Studio. Es turnen u. a. Ruth Brauer-Kvam, Ann Mandrella, Sona MacDonald, Marika Lichter und Isabel Weicken.

Das Volkstheater startet am Sonntag, dem 14. September, mit Aristophanes "Die Vögel" in einer Fassung von Thomas Schulte-Michels, der auch die Regie verantwortet. Es spielen u. a. Günter Franzmeier und Till Firit. Tagsüber (10 bis 15 Uhr) hat das Theater Tag der offenen Tür anlässlich des 125. Geburtstages des Hauses – das derzeit mit einer Kampagne auf seinen Sanierungsbedarf hinweist.

Musiktheater

Ohne Premiere, aber mit vielen Stars startet dieWiener Staatsoper in die neue Spielzeit. Bereits ab kommenden Mittwoch ist Bryn Terfel alsRichard Wagners "Fliegender Holländer"im Haus am Ring zu erleben. Am Pult steht Shootingstar Yannick Nézet-Séguin. Es folgt eine Spielserie von Puccinis"Tosca"; mitDvořáks "Rusalka"gibt Piotr Beczala sein Rollendebüt als Prinz; die Titelpartie singt Kristine Opolais. Dirigent ist Tomas Netopil. Nach einemTag der offenen Tür(7. September) geht es ab 11. 9. mitPuccinis "La Fanciulla del West"weiter. Zu hören sind: Nina Stemme, José Cura und Tomasz Konieczny. Am Pult: Graeme Jenkins.

Ein Höhepunkt verspricht Jules Massenets "Manon" (ab 17. 9.) zu werden: Patrica Petibon ist hier in der Titelpartie zu bewundern. Roberto Alagna wiederum singt ab 21. 9. die Titelpartie in Verdis "Don Carlo"; Dirigent ist Alain Altinoglu. Dazu gibt es einen "Liebestrank", Kinderoper und Ballett-Aufführungen. Die erste Premiere findet am 5. Oktober statt: Kaspar Holten inszeniert Mozarts "La clemenza di Tito".

Das Theater an der Wien eröffnet die Saison am 10. September mit einem Konzert der Wiener Philharmoniker und Dirigent Gustavo Dudamel. Am 14. September hat dann Tschaikowskys selten gespielte Oper "Charodeyka" ("Die Zauberin") in der Inszenierung von Christof Loy Premiere.

Die Volksoper startet mit der "Fledermaus" von Strauß, einem Volksopernfest (6. 9.); die erste Premiere ist am 11. 10. Friedrich Cerhas "Onkel Präsident".

Szenenfotos von den "letzten Tagen der Menschheit"

Das Schauspielhaus Wien zeigt ab 2. September ein Gastspiel: Ödön von Horváths „Zur schönen Aussicht“ ist eine Koproduktion unter der Regie von Sabine Mitterecker. Das eigene Programm stellt der scheidende Direktor Andreas Beck, ab 2015 in Basel, am Dienstag vor.

Das Schauspielhaus Graz startet am 25. September mit „Die Götter weinen“ von Dennis Kelly unter der Regie von Anna Badora, die 2015 nach Wien ans Volkstheater wechselt.

Das Landestheater Niederösterreich beginnt die Saison am 3. Oktober mit Joseph Roths „Radetzkymarsch“.

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