© 3sat/Dolezal/Pressefoto Mozarthaus

Kultur
03/29/2021

Vor 35 Jahren toppte Falcos "Rock Me Amadeus" die US-Charts

Kein anderer deutschsprachiger Titel schaffte dieses Kunststück bis dahin - und seither. Falco nahm die Nachricht ambivalent auf

von Michael Huber

Er war ein Superstar, er war so populär: Diese Zeilen sind nicht nur bei österreichischen Pop-Hörerinnen und Hörern in das kollektive Bewusstsein eingeschrieben. Mit dem Song "Rock Me Amadeus" wurde Falco vor 35 Jahren selbst zum Superstar, nahm die Energie von Österreichs "Kulturexports Nummer eins" - Wolfgang Amadeus Mozart - mit und machte sie mit seinem unverwechselbarem Stakkato-Gesang, Anleihen bei HipHop und New Wave sowie mit Klassik-Bombast zu einem der prägendsten Hits der 1980er Jahre.

Am 29. März 1986 stieg "Rock Me Amadeus" auf Platz 1 der "Billboard Hot 100" Charts. Keinem deutschsprachigen Song war dies bis dahin gelungen, keinem sollte es danach gelingen. Obwohl man diskutieren kann, ob der Text von "Rock Me Amadeus" rein deutschsprachig ist - er ist, wie man heute sagen würde, ein Hybrid. Und er funktionierte - "because er hatte Flair".

In der Arte-Doku "Too Young To Die" erzählt Peter Vieweger, Falcos damaliger Bandleader, dass der Star am Abend des 29. März 1986 mit Freunden und Kollegen im Wiener Restaurant "Oswald & Kalb" zu Abend aß, als die Nachricht eintraf. Die Clique um Falco sei hell aufgeregt gewesen, doch Falco nahm die Nachricht nicht mit Freude auf: "I hab gesagt: 'Feiern, feiern, feiern', und er hat g'sagt: 'Naa, i bin scheiße drauf'", erzählte Vieweger. "Des schoff i nie wieder. Jetzt is' aus", habe Falco gesagt. Wie man weiß, konnte Falco auf der Weltbühne nicht mehr auf "Rock Me Amadeus" draufsetzen, der Erfolg und der Erwartungsdruck zehrten an ihm.

Erfolg mit Anlauf

Nichtsdestotrotz muss "Rock Me Amadeus" als ein Meilenstein gelten - der Brückenschlag zwischen Europa und den USA, zwischen Hochkultur und Pop gelang mit ihm in einer Energie und Reinheit, die es sonst nur selten gab. Die HipHop-Kultur, die Falco als einen der ihren akzeptierte - der DJ Afrika Bambaataa hatte Falco-Hits wie den "Kommissar" schon vor "Amadeus" gespielt - hatte  ebenso Anteil am erfolg wie das Musikvideo von Dolezal & Rossacher, das den Song auf einen damals neuen Verbreitungsweg für Popmusik setzte. Das Kino  hatte - durch Milos Formans Film "Amadeus" von 1984 - ebenfalls Vorarbeit geleistet, die zum Gelingen von Falcos ultimativem Cross-Over beitrug. Zehn Jahre nach dem Welterfolg ehrten dann die "Simpsons" den Hit - in einer Folge wurde er in ein "Planet der Affen"-Musical eingebaut. "Rock Me Amadeus" war damit wohl endgültig im Kulturerbe der 1980er verankert.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.