© Johannes Ifkovits/Volksoper Wien

Kultur
04/05/2019

Volksoper: Direktor Robert Meyer inszeniert Ralph Bentzky

Der Direktor über seine Premiere, seine Pläne als Schauspieler und seinen Abschied vom Haus im Jahr 2022

von Peter Jarolin

Direktor Robert Meyer inszeniert Ralph Benatzkys „Meine Schwester und ich“. Heute ist Premiere. Dass der Hausherr selbst immer wieder auf der Bühne steht, ist längst selbstverständlich. Doch Robert Meyer zieht es in regelmäßigen Abständen auch zur Regie. Im konkreten Fall hat das Multitalent nun Ralph Benatkys 1930 uraufgeführte und einst oft verfilmte Kammeroperette „Meine Schwester und ich“ in Szene gesetzt. Ein Gespräch über Raritäten, Komik und Meyer Pläne für die Zukunft.

KURIER: „Meine Schwester und ich“ war früher erfolgreich, heute ist das Werk unbekannt. Was hat Sie dennoch daran gereizt? Robert Meyer: Die Volksoper macht ja einmal pro Saison ein so genannte „kleinere Produktion“, also ohne großes Ballett und Chor. Dafür ist „Meine Schwester und ich“ ideal, wobei alle Mitwirkenden auch tanzen müssen, und ich unseren hervorragenden Jugendchor quasi hinein geschmuggelt habe. Außerdem liebe ich Benatzky. Diese Musik der 20er und 30er Jahre ist mir sehr nahe. Und vor allem: Als ich den Text gelesen habe, musste ich unentwegt lachen. Dieses Stück ist so komisch! In Wahrheit ist das ein Feydeau mit Musik.

Sie sind ja Feydeau-Kenner. . .

Ja. Aber es ist viel schwerer, ein komisches Stück zu machen, als ein tragisches. Das Tempo, das Timing, das Tür-auf-Tür-zu muss stimmen. Doch wir haben für diese Geschichte rund um Prinzessin Dolly, die sich als ihre arme Schwester ausgibt, um den seiner Meinung nach nicht standesgemäßen Roger zu erobern, eine fantastische Besetzung. Ich hoffe, das Publikum wird mit Lisa Habermann und Lukas Perman viel Spaß haben.

Nur eine Woche nach „Meine Schwester und ich“ hat „Powder Her Face“ von Thomas Adès im Kasino am Schwarzenbergplatz Premiere. Wie steht es mit diesem Ort als Spielstätte? Da habe ich gute Nachrichten. Wir sind mit dem designierten Burgtheaterdirektor Martin Kušej übereingekommen, dass die Volksoper zumindest auch nächste Saison im Kasino eine zeitgenössische Oper spielen wird.

Stichwort spielen: Sie bitten bald zur Spielplanpressekonferenz für 2019/’20. Wird das Ihre drittletzte als Direktor?

Ich werde 2022, wenn mein Vertrag ausläuft, 69 Jahre alt sein. Das ist ein Alter, wo man auch kürzer treten sollte. Aber bis dahin habe ich noch drei spannende Jahre vor mir. Das ist mehr Zeit als so mancher als Direktor an diesem Haus verbracht hat. Und auf diese drei Jahre freue ich mich sehr.

Wird es davor noch die traditionelle Japan-Tournee geben?

Leider nicht. Aber es freut mich besonders, dass wir schon zum zweiten Mal beim Opernfestival in Savonlinna eingeladen sind. Nach der „Lustigen Witwe“ heuer mit der „Fledermaus“. Operette bei einem Opernfestival – das ist eine Auszeichnung.

Werden Sie nach ihrem Abschied von der Volksoper der Bühne erhalten bleiben? Solange es die Gesundheit zulässt, ja. Und solange ich mir Texte merken kann, werde ich gerne weitere Aufgaben übernehmen. Denn mit einem Souffleurknopf im Ohr, spiele ich sicher nicht mehr. (lachend:) Ich kann also nur hoffen, dass mich die Kollegen dann auch engagieren wollen.

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