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Kultur
07/02/2020

Verregneter Auftakt für "Theater im Park": Niavarani nahm's mit Humor

Trotz Wetterkapriolen herrschte gute Stimmung bei der Eröffnung der Sommerbühne im Herzen von Wien.

von Werner Rosenberger

„Es gibt Regentage, die sehr schön sind“ hat zumindest Ernst Krenek in einem Lied behauptet.

Aber die Wettermacher zeigten sich Mittwoch von der eher boshaften Seite:

Verregnet war der Eröffnungsabend im neuen Open-Air-„Theater im Park“ am Belvedere (Eingang Plößlgasse, vis-à-vis Prinz-Eugen-Straße 26).

Als „Helden des Abends“ adressiert Moderatorin Sigrid Hauser das Publikum in der heuer im Sommer erstmals öffentlich zugänglichen privaten, 1697 entstandenen und einst von Johann Lukas von Hildebrandt mitgestalteten Gartenanlage der Familie Schwarzenberg.

Wie im Wald

Man glaubt, man ist im Wald. Das für laue Sommernächte ideale Ambiente, die 200 Jahre alten Platanen auf dem fast zwei Hektar großen Areal, das satte Grün, soweit das Auge reicht: Sie sind die Stars beim Freilufttheater-Coup des Kabarettisten und Simpl-Chefs Michael Niavarani und des Unternehmers Georg Hoanzl.

Outdoor spielt jetzt im ehemaligen Barockgarten „jeder mit, der abgehoben hat, wenn ihn der Hoanzl angerufen hat“, scherzt Niavarani. „Das war die künstlerische Linie.“ Mit Stars aus Kabarett, Theater und Musik.

Vorbestellte Getränke, keine Pausen

Beruhigend wirkt auf – um ihre Sicherheit in Corona-Zeiten – Besorgte das Setting: Stühle in Zweier- bis Vierer-Gruppen in 1,5 Meter Abstand und der Verzicht auf Pausen-Bewirtung (vorbestellte Getränke werden auf Beistelltischen serviert).

„Die DNA von Wien ist Kunst und Kultur“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig, bestätigt durch bisher mehr als 20.000 verkaufte Karten für „Theater im Park“.

Und zum Auftakt gibt es einen kleinen Querschnitt dessen, was in den nächsten Wochen passieren wird, u. a. mit Sona MacDonald und Maria Happel als die durch eine außergewöhnliche Freundschaft verbundene Marlene Dietrich und Edith Piaf – und deren Chansons wie „Jonny“ und „Wenn die beste Freundin“, „La vie en rose“ und „Milord“.

Georg Hoanzl, Bürgermeister Michael Ludwig, Sigrid Hauser und Michael Niavarani

Georg Hoanzl und Michael Niavarani

Maria Happel

Georg Hoanzl mit Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer

Simpl-Revue

Und Niavarani kündigt an, in der Simpl-Revue „Arche Noah Luxusklasse“ (5., 8. bis 12. Juli) mitzuspielen und ein Katzenkostüm zu tragen. Strömender Regen schließlich beim Finale, dem 1. Satz von Beethovens 3. Sinfonie („Eroica“) in der Fassung für Klavierquartett von Ferdinand Ries, u. a. mit Christian Altenburger und Franz Bartolomey – am 22. 7. auf dem Spielplan.

Außerdem: Florian Teichtmeister & Franz Bartolomey mit „Ich küsse Ihre Hand, Madame!“ (4. 7.) sowie Sandra Cervik & Herbert Föttinger in Arthur Schnitzlers „Reigen“ (13. 7.).

Chopins Regentropfen-Prélude wäre Mittwoch vielleicht passender zur Witterung gewesen. Aber man nahm’s mit Humor: „Niavarani, der schon mit einem Theater – dem Globe Wien – abgebrannt ist, hat jetzt auch die Möglichkeit, mit einem Theater abzusaufen.“

INFOS: www.theaterimpark.at

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