U2 zeigten die größte Show des Jahres

Für ihre gigantische "360-Grad"-Show wurden U2 und Sänger Bono im Wiener Happel-Stadion von knapp 70.000 Fans gefeiert.

Das lange Warten hatte am Montag ein Ende. Fünf Jahre nach ihrem letzten Wien-Auftritt gastierte die irische Rockband U2 rund um Frontman Bono (Bild)  mit ihrer gigantischen "360-Grad"-Show wieder im Wiener Ernst Happel Stadion. ...

Ins Bild klicken, um fortzufahren. Schon um 20.30 Uhr begannen die knapp 70.000 U2-Fans mit der Welle, trotzten so dem Wind und der Kälte ... ... und den Halbstunden-Schlangen vor den Toiletten; es gab Klatsch-Salven und Gekreische, wenn ein Roadie sich auf der Bühne bewegte. Und als es dann kurz vor 21 Uhr nach all dem Hype um den technischen Aufwand und die innovative Bühnenkonstruktion ...

Bild: Die monströse "Kralle", die auf vier Beinen steht. ... endlich etwas zu hören gab, hielt es niemanden mehr auf dem Sessel. Gleich zu Beginn gab es eine neue, instrumentale Nummer: "Return Of The Stingray Guitar", als kurzes Intro.

Bild: U2-Bassist Adam Clayton. Mit dem ersten voll ausgespielten Song verkündete Bono, was er sich vom Abend erwartet: "Beautiful Day". Danach mischten U2 Songs vom jüngsten Album „No Line On The Horizon“  mit Hits wie ... 

U2 von links: Gitarrist The Edge, Bono und Drummer Larry Mullen Jr. ... „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“.

Bonos Botschaften wurden zum Teil auf Deutsch übersetzt und waren auf dem Bildschirm zu lesen. Bild: Bono und Adam Clayton Leider konnten die Iren diese Anfangseuphorie nicht durchgehend halten. Beim Mittelteil mit Balladen wie „In A little While“ und „Miss Sarajevo“ flaute die Stimmung ein wenig ab – obwohl Bono bei letzterer für den Pavarotti-Part Szenenapplaus bekam. Auch das optische Highlight, der zylindrische Videoschirm, der sich vor „City Of Blinding Light“ bis zum Boden dehnte und in Regenbogenfarben leuchtete, konnte daran nichts ändern. Erst kurz vor Ende bei „Sunday Bloody Sunday“ kamen die Wiener wieder in Hüpflaune. Höhepunkte: Der A-cappella-Publikums-Chor nach „Mysterious Ways“, ... ... und bei der Zugabe, als „Amazing Grace“ in das grandiose „Where The Streets Have No Name“ überging. Nach mehr als 120 Minuten und fünf Zugaben endete der Abend knapp vor 23.15 Uhr mit dem üblichen Rausschmeisser "Moment of Surrender". Laut revidierter Veranstalterangaben waren beim "Konzert des Jahres" letztendlich 68.500 Tickets aufgelegt worden. Ein Teil der Sitzplätze war aufgrund schlechter Sicht doch nicht in den Verkauf gelangt. Am Nachmittag hatte es noch Hoffnung auf zusätzliche Tickets gegeben.

Von Gittern ausgesperrt: Einige Ticketlose hörten auch ohne Sicht auf die gigantische Bühne zu. Wenige Wochen vor dem Wien-Auftritt hatte eine Rückenverletzung von Bono, die zur Verschiebung einiger Konzerte geführt hatte, das Wien-Konzert vorübergehend fraglich erscheinen lassen. Bandscheiben-Gymnastik sieht anders aus: Bono war in Wien bei der U2-Show wieder topfit. Zeit für politische Botschaften blieb auch in Wien. Einen Song widmeten U2 der Friedensnobelpreisträgerin  Aung San Suu Kyi, die von der burmesischen Junta unter Hausarrest gestellt worden ist. Der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu sprach per Videoscreen über das Projekt ONE - natürlich vor dem U2-Song "One". 

Mehr über Bonos politische Agenden im "Hintergrund". Natürlich durfte auch die Super-Ballade "With or without you" nicht fehlen. Für den Querschnitt aus allen Schaffensperioden wurden U2 im Happel-Stadion gefeiert. Da konnte selbst der kalte Wind, der Bono auch zu einem Scherz inspirierte, nichts daran ändern.

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(KURIER (schoki), apa, red. / tem) Erstellt am
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