Kultur
04.12.2016

"Triste Technik“: Düsterer Blick in die Zukunft

Yul Brunner als schießwütiger Roboter in Michael Crichtons „Westworld“ © Bild: /Österreichisches Filmmuseum

Von Kubricks "2001: A Space Odyssey" bis Ridley Scotts "Blade Runner": Das Österreichische Filmmuseum zeigt eine feine Science- Fiction-Retro (bis 5.Jänner).

Wir versprechen euch tolle Ferien, inklusive Zeitreise! Ob im lüsternen Pompeji, im gefährlichen Mittelalter oder im brutalen Wilden Westen: Jede Fantasie kann ausgelebt werden! Mit Robotern, die aussehen wie Menschen!

Unter TV-Serien-Junkies rangiert derzeit die neue HBO-Produktion "Westworld" ganz oben. "Westworld" bezeichnet einen Freizeitpark, in dem zahlende Gäste durch eine Wild-West-Landschaft reisen und Abenteuer hautnah erleben können. Die "Bewohner" von Westworld: Cyborgs, die täuschend menschlich aussehen.

Der Originalstoff stammt von dem (Sci-Fi-)Bestsellerautor Michael Crichton ("Jurassic Park"), der mit "Westworld" (1973) sein Regie-Debüt lieferte und eine Meilenstein in der dystopischen Sci-Fi-Ära setzte. In seiner "Westworld" gibt es drei Themenparks, in denen sich die Besucher austoben können. Doch die Technologie erweist sich bald als fehlerhaft: Yul Brunner als Roboter mit schwarzem Hut und metallischem Blick probt den Aufstand. Mit gezückter Waffe räumt er auf – und macht aus dem Spiel bitteren Ernst.

Interessanterweise lagen bei Crichton die Sympathien noch bei den Parkbesuchern – in der neuen HBO-Serie sind es die Androiden, die unser Mitgefühl verdienen.

In der Filmschau "Triste Technik – Science-Fiction und Melancholie 1968-1983", die derzeit im Österreichischen Filmmuseum zu sehen ist, versammelt die Kuratorin Katherina Zakravsky eine Auswahl an zukunftsskeptischen bzw. apokalyptischen Sci-Fi-Filmen, die auf alarmierende Zukunftsprognosen im Bereich der politischen Ökologie Ende der 60er Jahre reagierten.

Alles Walzer

Vergleichsweise heiter-gelassen geht es noch in Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" zu, wo das Raumschiff zu den Klängen des Donauwalzers schwebt. Doch die Sicht auf die Zukunft trübt sich zunehmend ein – bis hin zu Ridley Scotts berühmter Stadt-Melancholie " Blade Runner" (1982): Dort findet die Zukunft, von uns aus gesehen, schon ziemlich bald statt, nämlich 2019. Die Fortsetzung" Blade Runner 2" erwartet uns allerdings schon im nächsten Jahr.