Kultur
30.05.2018

Thomas Roth setzte in Wien und Salzburg den neuen Austro-"Tatort" um

Der österreichische Regisseur Thomas Roth über den neuen Fall "Wahre Lügen".

Die Dreharbeiten zum neuen Kriminalfall von Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) sind kürzlich in Wien zu Ende gegangen. Für das kongeniale Duo haben die Ermittlungen aber in Salzburg begonnen, wo man eine tote Journalistin aus den Tiefen des Wolfgangsees fischte – zuerst wurde sie erschossen und danach samt Auto versenkt. Wer zu viel weiß, lebt gefährlich ...

Das Drehbuch zu „Wahre Lügen“ stammt von Thomas Roth, der bei diesem Krimi auch die Regie übernommen hat. Die jüngsten Journalistenmorde auf Malta oder in der Slowakei waren für ihn aber nicht der Anlass für diese Geschichte. „Ich habe mich dafür von einem historischen Kriminalfall inspirieren lassen“, sagt er im KURIER-Gespräch. Genauer gesagt geht es um die Waffenschmuggelaffäre um den damaligen Verteidigungsminister Karl Lütgendorf Ende der 1970er-Jahre. Damit habe Roth dem Fall einen realistischen Unterbau verpasst.

„Ich versuche den alten Fall nicht neu aufzurollen, sondern zu zeigen, dass gewisse Machenschaften, die früher gang und gäbe waren, auch heute noch Relevanz haben“, kommentiert Roth, der seinen ersten „ Tatort“ vor bald 20 Jahren abgedreht hat. Dass er in seinen Fällen gerne gesellschaftliche und politische Themen aufgreift, sei für den 53-Jährigen einfach reizvoll. So habe er sich für seinen neuen Fall u. a. mit dem österreichischen Agentenwesen beschäftigt. Dieses „hatte in Wien einen hohen Stellenwert. Früher war das Café Westend am Westbahnhof ein beliebter Agententreff, weil man dort die Telefonzellen nicht abhören konnte“, sagt Roth.

„Wahre Lügen“ ist nach „Glück allein“ der zweite Austro-„Tatort“, der 2018 fertiggestellt wird. Dabei bleibt es aber nicht. Für Krassnitzer, Neuhauser und Co. wartet im August bereits ein neuer Mord. Diesmal geht es nach Kärnten. Die Regie übernimmt Nikolaus Leytner.