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Kultur
04/05/2019

Theater an der Wien 2019/20: Das Gesamtkunstwerk als Zielvorgabe

Intendant Roland Geyer setzt 2019/'20 auf viele Stars und auf spannendes, heutiges Musiktheater.

von Peter Jarolin

Mit einem großen Baum verglich Intendant Roland Geyer den Spielplan der Saison 2019/’20 im Theater an der Wien. Händel, Mozart und Beethoven als Wurzeln, slawische, deutsche, italienische und französische Oper des 19. und des 20. Jahrhunderts als die vier Äste und Uraufführungen als Gipfel – in konkreten Zahlen sind das 13 szenische Neuproduktionen im Theater an der Wien und in der Kammeroper.

Los geht es mit Dvoráks „Rusalka“ in der Inszenierung von Amélie Niermeyer und mit David Afkham am Pult des RSO. Als Rusalka ist Maria Bengtsson zu erleben; Ladislav Elgr singt den Prinzen, Günther Groissböck den Wassermann. Wasser werde eine zentrale Rolle in ihrer Deutung spielen, betonte auch Niermeyer.

Puppenspiel

Mit gleich zwei Arbeiten ist Nikolaus Habjan „director in residence“. An der Kammeroper zeigt er Gounods „Faust“ als Puppenspiel; im Theater inszeniert Habjan die „Salome“ von Richard Strauss mit Marlis Petersen in der Titelpartie.

Eine andere „Salome“, nämlich die bei den Salzburger Festspielen gefeierte Asmik Grigorian, singt an der Wien die Titelpartie in Bellinis „Norma“ in der Regie von Vasily Barkhatov. Ein besonderes Anliegen ist Geyer die slawische Oper. Hier kommt mit „Halka“ des polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko eine echte Rarität in Starbesetzung. Piotr Beczala, Tomasz Konieczny und Corinne Winters sind hier die Protagonisten.

Weitere große Namen gibt es auch auf der szenischen Seite: Oscar-Preisträger Christoph Waltz inszeniert bekanntlich Beethovens „Fidelio“ mit Manfred Honeck am Pult. Andrea Breth zeigt ihre Deutung von Prokofjews „Der feurige Engel“ und Keith Warner setzt die Uraufführung von Christian Josts „Egmont“ (Libretto: Christoph Klimke) in Szene. Dirigent ist hier Michael Boder. Dazu kommen Mozarts „La clemenza di Tito“ in der Regie von Sam Brown, Spontinis „La Vestale“ mit Elza van den Heever in der Umsetzung von Johannes Erath.

Beethoven singt

Eine weitere Uraufführung gibt es auch in der Kammeroper. So hat Tscho Theissing (Text: Kristine Tornquist) mit „Genia“ eine Oper komponiert, in der Ludwig van Beethoven passend zum großen Beethoven-Jahr 2020 selbst zur Bühnenfigur wird. Zudem in der Kammeroper: Glucks „Orphée et Eurydice“ sowie Händels „Giustino“. Im Haupthaus wird die (gut besetzte) Serie der konzertanten Opern fortgesetzt.

„Wir wollen mit diesem Programm dem Gesamtkunstwerk so nahe wie möglich kommen, so Geyer, der sich über „nie dagewesene Auslastungsrekorde“ freuen darf.