Sänger Luke Pritchard, der Ex von Mischa Barton, wollte in den USA dem Liebeskummer entfliehen

© Florian Wieser

Neue CD
08/31/2014

Den Liebeskummer weggetanzt

Die britische Indie-Rock-Band The Kooks zeigt sich mit "Listen" von Funk und Gospel beeinflusst.

von Brigitte Schokarth

Nashville und New Orleans, Sessions mit Mark Foster von Foster The People und dem Singer/Songwriter Brendan Benson. Mehrere Monate war Luke Pritchard, Sänger von The Kooks voriges Jahr in den USA unterwegs. "Ich habe dabei Soul und Funk gehört, James Brown, auch Gospel. All das hat die neue Platte stark beeinflusst."

"Listen" heißt dieses soeben erschienene Album der Londoner und ist – auch unter dem Einfluss von Hip-Hop-Produzent Inflo – eine gelungene Runderneuerung des Sounds von The Kooks: Treibende Perkussion, Gospel-Chöre und deutliche Funk-Einflüsse bei den Gitarren. Wie mühelos sie mit dieser Mischung ein Publikum zum Tanzen bewegen können, zeigten die Vier Mitte August beim FM4-Frequency-Festival, als sie am Abschlusstag Headliner Placebo die Schau stehlen konnten.

Doch es war mehr Zufall, dass The Kooks mit dem vierten Album bei diesen Sound angekommen sind. Denn, erklärt Pritchard im Interview mit dem KURIER, er war nicht auf der Suche nach Inspiration in die USA gereist, sondern wollte seinem Alltag in London entfliehen.

Schädlich

"Ja, wir waren müde und uninspiriert", sagt er. "Mit einer Auszeit wollten wir uns diesen Raum zurückholen, den es braucht, um kreativ zu sein. Aber dass ich nach Amerikan gefahren bin, hatte ausschließlich private Gründe. Ich hatte eine schlimme Trennung hinter mir – nach einer richtig schädlichen Beziehung." Schnell fügt er hinzu: "Und damit meine ich nicht die mit Mischa Barton!"

Zwar hört man dem recht fröhlichen "Listen" dieses Thema nur an, wenn man die Texte analysiert, trotzdem gibt Pritchard zu, "lange total am Boden" gewesen zu sein: "Auf einmal kam mir alles sinnlos vor. Dazu kam, dass mein Großvater starb, dem ich sehr nahestand. Ich begann, viel zu viel zu saufen. Irgendwann wollte ich nur weg. Erst als ich begann, Songs in diesem neuen Tanzsound zu schreiben, ging es wieder bergauf."

Einen Song für den Opa, hat Pritchard nicht auf "Listen". Mit "See Me Now" dafür einen für seinen Vater: "Als er starb war ich drei. Ich kannte ihn kaum und habe nur ganz wenige, diffuse Erinnerungen an ihn. Trotzdem spüre ich da immer wieder eine Lücke und eine Sehnsucht. Und die Neugier, wie es gewesen wäre, mit ihm aufzuwachsen."

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