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Kultur
09/16/2012

Supertalent: Zahme Jury, gute Unterhaltung

Die erste Folge der neuen Staffel von "Das Supertalent" auf RTL bot eine handzahme Jury und Menschen wie Michael Carbonara, der mit Rasierschaum ein Bild auf seinem Körper erzeugte.

von Guido Tartarotti

Eine Talente-Show dient ja angeblich dem Zweck, Talente zu entdecken. Die Betonung liegt auf angeblich. Denn in Wahrheit geht es vor allem um zwei Dinge: Darum, möglichst peinliche Leider-nein-Kandidaten zeigen zu können. Und um möglichst telegenen Streit in der prominenten Jury.

Umso größer war die Spannung vor der ersten Folge von "Das Supertalent" auf RTL: Werden einander die Fernseh-Silberrücken Thomas Gottschalk und Dieter Bohlen auftragsgemäß zumindest verbal lustig in die Goschen hauen?

Zahm

Die Überraschung: Die Premiere von "Das Supertalent" verlief dann doch ganz anders. Die Jury gab sich handzahm und fast ein bisschen fad (Gottschalk war ganz lieber Onkel). Dafür gab es eine erstklassig gecastete Mischung aus berührenden, verblüffenden und amüsanten Talentproben. Was die Qualität der Darbietungen betrifft, ist "Das Supertalent" der ORF-Variante "Die große Chance" weit überlegen.

Es beginnt mit einer überlangen, faden Einleitung mit viel Feuerwerk. Das Ganze sieht so aus, als käme als nächstes entweder Wrestling oder Weihnachten oder ein Bierzeltfest oder alles zusammen.

Stattdessen kommt ein Mensch mit dem Namen "Michael Carbonara", nur mit einem Handtuch bekleidet. Und unwillkürlich hofft man: Himmel hilf, dass er es nicht auszieht! Das tut er aber eh nicht, sondern er bietet eine überaus kuriose, sehr kreative Nummer mit Rasierschaum, mit dem er auf seinem Körper Bilder erzeugt.

 

Rührung

Und so geht es weiter: Ein krankes Kind, das singt (Rührung), ein ganz offensichtlich absichtlich schlechter, peinlicher Wolfgang-Petry-Imitator (Amüsement), ein toller, junger Sänger mit Schluchzstimme (Romantik), ein sehr alter Bungee-Jumper (Erstaunen), ein Ekel-Zauberer (Gruseln).

Witziger Höhepunkt: Ein Papagei krächzt "Hänschen klein" und beeindruckt damit Juror Dieter Bohlen (Der Unterschied zwischen dem Papagei und Bohlen? Den Papagei kann man mit einem Tuch über den Käfig zum verstummen bringen).

Besonders lustig: Ein "Handfurzer" intoniert mit Quetsch-Geräuschen Bohlens alten Modern-Talking-Hit "Cheri Cheri Lady". Ja, klingt echt! Bohlens Kommentar: ",Cheri Cheri Lady ist aber auch einfach zu furzen."

Er muss es wissen.

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