Prozessiert gegen Entlassung: Ex-Burgdirektor Hartmann

© APA/HANS KLAUS TECHT

BURGTHEATER
09/09/2014

Suchende, Verbergende, Verjagte

Prozess: Matthias Hartmanns Anwälte legen Mails und Protokolle zur Entlastung vor.

von Guido Tartarotti

Vor den nächsten Prozesstagen am 24. und 25. September bringen die Anwälte des fristlos entlassenen Burgtheater-Direktors Matthias Hartmann ihre argumentativen Geschütze in Stellung. Bei einer Pressekonferenz präsentierten Georg Schima und Katharina Körber-Risak eMail-Ausdrucke und Aufsichtsrats-Protokolle, die belegen sollen, dass Hartmann und sein Berater, der Finanzexperte Peter Raddatz, ab 2011 immer wieder versuchten, Licht in die finanzielle Lage des Hauses zu bringen, dabei aber vertröstet oder abgewimmelt wurden. Schima: "Es gab zwei Suchende und ein paar Verbergende."

Hartmann wurde von Kulturminister Josef Ostermayer wegen Mitverantwortung für das finanzielle Desaster der Burg abberufen und hat gegen diese Entlassung beim Arbeitsgericht Klage eingelegt. Ostermayer richtete Hartmann unlängst aus, es liege an diesem, die Affäre zu beenden, indem er die Klage zurückziehe. Dies kommentierte Körber-Risek so: "Matthias Hartmann ist neben Silvia Stantejsky (Burg-Ex-Geschäftsführerin; Anm.) der Einzige, der vom Hof gejagt wurde." Dass er seine Klage zurückziehe, "kann man nicht ernsthaft erwarten".

Hartmanns Anwälte wiederholten auch ihre Kritik an der interimistischen Burg-Direktorin Karin Bergmann: Es geht um steuerlich fragwürdige Geldgeschenke des scheidenden Burg-Direktors Klaus Bachler an seine damalige Stellvertreterin Bergmann sowie um eine angebliche Aussage Bergmanns, wonach sie das Lesen von Bilanzen erst lernen müsse.

Die Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft bestätigte indes einen Bericht der Salzburger Nachrichten, wonach sowohl gegen Hartmann und Stantejsky, als auch gegen das Burgtheater und Ex-Holdingchef Georg Springer ermittelt werde.

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