Kultur
02.05.2018

Steaming Satellites: „Ö3 sollte sich mehr trauen“

Das Salzburger Trio schreibt dem Sender einen Bildungsauftrag zu, der nicht erfüllt wird

Immer wieder hörten die Steaming Satellites, ihr Sound sei „Space Rock“. Davor kannten sie den Begriff für die Mixtur von rockigen Gitarren-Riffs und Psychedelic gar nicht. Als sie ihn kennenlernten, konnten sie sich nicht damit identifizieren.

Deshalb machen die Salzburger jetzt mit ihrem neuen Album Schluss damit, haben diesen fünften Longplayer „Back From Space“ genannt. Der Sound der Steaming Satellites hat sich damit nämlich leicht verändert.

„Früher haben wir uns in der Fülle der Klangfarben und Möglichkeiten, die man heute als Musiker hat, gerne ausgetobt“, sagt der zum Gitarristen mutierte Keyboarder Emanuel Krimplstätter im KURIER-Interview. „Wir hatten siebenminütige Songs und ausladende Soli. Diesmal aber haben wir das reduziert und uns auf das Wesentliche fokussiert.“

Zusätzlich war es Krimplstätter, Sänger Max Borchardt und Keyboarder Matthäus Weber wichtig, ein positives Gesamt-Feeling zu erzielen. „Die Texte haben nach wie vor Tiefgang und sprechen Probleme an. Es gibt aber immer ein hoffnungsvolles Ende. Denn – auch wenn das jetzt plakativ klingt – ist es doch eine Tatsache: Das Negative in den Fokus zur rücken, bringt gar nichts!“

Höhenflug

Auch wenn die Steaming Satellites so mit „Back From Space“ den einen oder anderen Song liefern, der auf Ö3 gespielt werden könnte, gelten sie immer noch als reine FM4-Band. Die Trennung, dass eine Band, die der eine Sender spielt, am anderen nicht vorkommt, wurde zwar mit dem Höhenflug von Wanda und Bilderbuch aufgebrochen. Trotzdem hält Krimplstätter Ö3 immer noch für zu wenig engagiert in Bezug auf österreichische Musik.

„Auch ein Mainstream-Pop-Sender hat einen gewissen Bildungsauftrag und sollte deshalb auch heimische Bands spielen, die nicht ganz in sein Konzept passen“, sagt er. „Ein Pop-Song kann noch so gut sein, aber sobald er Ecken und Kanten hat, spielen sie ihn nicht. Da könnten sie sich mehr trauen. Auch ich kann mir auf FM4 nicht alles anhören. Aber dann picke ich mir halt die Sendungen raus, die ich mag. Und zufällig stoße ich dann auf Neues, von dem ich noch nicht wusste, dass ich es mag. Und das ist doch auch der Sinn vom Radio: Dass man als Hörer auch mal über seinen Horizont hinaus blicken kann.“