Kultur 30.03.2012

St. Pölten: Fürle führt Festspielhaus

Die neue Chefin des Festspielhauses St. Pölten heißt Brigitte Fürle.

Fürle ging in Mödling und Baden in die Schule und verbrachte einen Teil ihrer Ausbildung in St. Pölten: "Für mich ist das eine Heimkehr!" Als künstlerische Leiterin von „spielzeit’europa“ bei den Berliner Festspielen hat sie in den vergangenen sechs Jahren für hohe Auslastung und internationale mediale Aufmerksamkeit gesorgt.

Zuvor war die promovierte Theaterwissenschaftlerin Mitglied des Leitungsteams am schauspielfrankfurt (2000–2006), Programmkuratorin des Young Directors Project bei den Salzburger Festspielen (2002–2004) und Programmdramaturgin bei den Wiener Festwochen (1993–1998). Fürle wurde von einer Jury einstimmig ausgewählt – 39 Personen aus zwölf Nationen hatte sich beworben, unter ihnen elf Frauen.

Fürle übernimmt die Intendanz ab der Spielzeit 2013/14, sie erhält einen Fünfjahresvertrag. Am Beginn ihrer Ära soll ein großes Fest stehen. Konkrete Programmvorhaben wurden noch keine bekannt gegeben, Fürle bekannte sich aber zu den Schwerpunkten Musik und Tanztheater, sie will die Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern forcieren und setzt ganz auf die Kooperation mit dem Tonkünstler-Orchester. Besondere Anliegen sind ihr Angebote für junge Menschen und eine bessere Verortung des Festspielhauses im St. Pöltner Alltagsleben. Dass das Festspielhaus im großen Saal nur 50 Vorstellungen pro Jahr spielt – bzw. 315 Tage pro Jahr geschlossen hat –, sieht Fürle nicht als Nachteil: Sie finde es gut, im Haupthaus intensiv proben zu können.

Einzigartig

Fürle: "Mit seiner großen Bühne, den 1000 Zuschauerplätzen und der ganzjährigen Saison für Tanz und Musik ist das Festspielhaus St. Pölten im deutschsprachigen Kulturraum etwas Einzigartiges. Ein Ort mit Zeit und Raum und mit herausragenden Arbeitsmöglichkeiten für Künstler, die sie weder auf Festivals noch an den Repertoirehäusern geboten bekommen."
Fürle folgt Joachim Schloemer nach, der nur drei Jahre lang die künstlerischen Geschicke des Hauses lenkte.

( Kurier ) Erstellt am 30.03.2012