Karole Rocher (li.) als resolute Puffmutter: „Madame Claude“

© Netflix

Film
04/09/2021

Softporno auf Netflix: Zimmer aufräumen, Marlon Brando kommt!

Opulent ausgestattes Bio-Pic über die berühmte französische Puffmutter "Madame Claude“ von Sylvie Verheyde

von Alexandra Seibel

Ihr Motto lautete: „Es gibt zwei Dinge, für die die Menschen immer bezahlen werden: Sex und Essen.“

Und nachdem Madame Claude nicht kochen konnte, wurde sie Puffmutter. Aber nicht irgendeine – sondern gleich die Puffmutter der französischen Nation.

Madame Claude, die mit bürgerlichem Namen Fernande Grudet hieß, betrieb im Nachkriegsfrankreich mit fester Hand ein Pariser Highclass-Bordell, in dem neben Promis wie Marlon Brando und John F. Kennedy auch eine Anzahl französischer Minister aus- und eingingen. Als Madame Claude 2015 in hohem Alter starb, hatte sie ein derartig hohes Maß an notorischer Berühmtheit erlangt, dass man ihre Nachrufe in internationalen Zeitungen lesen konnte.

Regisseurin Sylvie Verheydes elegant ausgestattetes Biopic mit Mut zum Softporno setzt am Höhepunkt von Madame Claudes Geschäftserfolg ein: Das Business boomt im Jahre 1968, schöne, junge Frauen stellen reiche Kunden zufrieden, und Madame Claude navigiert sich geschickt durch mafiöse Unterweltler und bestechliche Polizisten. Ein neues Mädchen namens Camille, das aus reichen Verhältnissen stammt, tritt in Madame Claudes Dienste und verspricht weitere Expansionserfolge.

Karole Rocher spielt Madame Claude als schweigsame Sixties-Schönheit, umweht von einem Hauch Melancholie. Mit unbeugsamen Geschäftssinn und sparsamer Zuneigung bewacht sie die Mädchen, die sie als ihre „Familie“ bezeichnet, schreckt aber nicht zurück, sie in die Arme von gewalttätigen Freiern zu treiben.

Sylvie Verheyde profitiert von ihrem charismatischen Schauspiel-Ensemble, das die schläfrig entrollte Handlung im Geflecht von Politik und Kriminalität, Sex, Arbeit und Zuneigung im Kern zusammen hält. Erst im letzten Drittel, in dem Madame Claude die Kontrolle über ihr Imperium verliert, geht auch der Erzählfokus zunehmend verloren.

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