© APA/HERBERT P. OCZERET

Kultur
04/04/2019

So war Shawn Mendes in Wien: Zum Mitsingen und Mitkreischen

Shawn Mendes versetzte seine Fans in der Wiener Stadthalle in einen kollektiven Ausnahmezustand

von Peter Jarolin

Shawn, wer?“, hätte der Autor dieser Zeilen noch vor ein paar Wochen in unbotmäßiger Ignoranz gefragt. Doch eine entzückende 15-Jährige mit sehr gutem Musikgeschmack (sie hört auch Klassik) gab die Antwort: „Na er! Shawn Mendes! Er ist soooo cool und macht soooo tolle Musik. Der ist super!“

Also dann, auf zum Lokalaugenschein in die selbstverständlich ausverkaufte Wiener Stadthalle, wo der kanadische Popsänger und Songwriter auf seiner Welt-Tournee Zwischenstation machte.

Teenies

Massen von (meist weiblichen) Fans, einige davon in Begleitung älterer Semester, stehen schon lange vor Konzertbeginn Schlange, um nur ja nichts zu verpassen. Doch – hat man den Security-Check passiert – geschieht erst einmal wenig. Warten ist angesagt. Warten auf die Vorgruppe, auf Alessia Cara.

Und Staunen. Denn mitten in der Halle ist eine überdimensionierte Rose platziert, mit ausreichend Spielfläche darunter. Sie wird später noch gebraucht werden. Vorerst aber kommt Alessia Cara mit Band (und im grauen Hosenanzug) auf die Bühne und heizt dem Publikum ein. „Do you like Disney?“ fragt Cara und bringt nebst anderen Songs ihren Hit „How Far I’ll Go“ aus dem Disney-Streifen „Vaiana“. Und Cara rockt richtig los, hat eine – salopp formuliert – markante Röhre, die aber auch in lyrischen Gefilden daheim ist. Gut möglich, dass die kanadische R & B-Sängerin bald zum Headliner befördert wird. Verdient hätte sie es.

Selfies

Diese aber macht danach erst einmal Pause. Aus der Konserve ertönen gefühlte 30 Minuten lang Songs, die nicht von Shawn Mendes stammen. Die Halle D ist inzwischen aber bis auf den letzten Platz gefüllt, die (zuvor ausgeteilten) Lichtarmbänder sind angelegt, die Selfie-Mania kann beginnen.

Und dann: Der magische Moment. „Da ist er!“, ruft meine kompetente Begleiterin, als nach einem kurzen Black Shawn Mendes leibhaftig auf der Bühne steht. Und der legt – das kurze T-Shirt bringt seine gestählte Armmuskulatur zur Geltung – gleich richtig los und bringt Hit auf Hit. „Lost in Japan“ ist Mendes, ehe mit „Holding me back“ der – ich lerne ein Wort – erste so genannte Burner erklingt. Die Band – ein Sonderlob für den Gitarristen, der sich mit Mendes ein tolles Duell liefert – steigert die Lautstärke. Und Mendes liefert trotz eines übersteuerten Mikros perfekt ab. „Bad Reputation“, „Because I Had You“ oder "Treat You Better“ – alles kommt sympathisch und hochprofessionell herüber. Video-Walls rücken den Superstar (mit Gitarre oder am Piano) ins rechte Licht.

Und man versteht, warum Mendes Erfolg hat. Denn er singt über all das, was seine junge (weibliche) Zielgruppe bewegt: Liebe, Leben, Happiness. Die paar zerdrückten Tränen in manchen der sich ähnelnden Songs tun nicht allzu weh.

Das Gekreische der Fans aber schon. Denn die nehmen Mendes’ mehrmalige Aufforderung „Sing along!“ ernst und quietschen in höchsten Tönen mit. Man kennt die Texte ja – das ist Ehrensache. Und die Stimmung ist am Siedepunkt. Noch mehr, als Mendes dann kurz unter der Rose spielt, mit Nummern wie „Youth“ und „Mercy“ noch eins drauflegt. Am Schluss dann noch das Coldplay-Cover „Fix You“ und „In My Blood“ im bunten Konfettiregen. Das war es dann. Allgemeine Glückseligkeit!

„Ich liebe ihn!“, schreien Girlies später. Ein schwieriges Terrain, das sich die Mädchen noch erobern müssen. Shawn Mendes aber ist der perfekte Reiseführer dorthin.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.