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Serien-Remake von "Kap der Angst": Das Böse klopft wieder an

Fesselndes Thriller-Remake mit Amy Adams und Javier Bardem auf AppleTV.
Amy Adams spricht in ein Mikrofon, während im Hintergrund ein großformatiges Schwarz-Weiß-Porträt eines Mannes zu sehen ist.

Ein bisschen komisch kommt es Anwältin Anna Bowden (Amy Adams) schon vor, als auf einmal vier tote Stinktiere in ihrem Swimming Pool treiben. Und das ausgerechnet, als das Fernsehen da ist, um sie in ihrem schmucken Haus zu interviewen.

Wenig später erfährt sie, dass Max Cady (Javier Bardem) aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dort saß er 17 Jahre für einen Mord, den er nie begangen haben will. Seine Anwältin hatte ihm jedoch geraten, auf schuldig zu plädieren. Und das war Anna. Ihr stattet Max Cady in der beklemmenden AppleTV-Serie „Kap der Angst“ (Originaltitel: „Cape Fear“) auch bald mehrere Besuche ab. Denn er sinnt auf Rache.

Die Basis für die Handlung lieferte ein Roman von 1957: „The Executioners“ von John D. MacDonald. Anfang der 60er wurde er mit Gregory Peck und Robert Mitchum verfilmt. 1991 folgte die zweite Version mit Robert De Niro, Nick Nolte und Juliette Lewis. Regie führte Martin Scorsese (nachdem dieser mit Steven Spielberg gegen „Schindlers Liste“ getauscht hatte).

Unter unterschiedlichen Vorzeichen ging es dabei stets um einen Ex-Häftling, der zu einer brutalen Vendetta gegen jenen Anwalt ansetzt, der ihn hinter Gitter gebracht hat. Nun hat sich Nick Antosca („The Act“) des Stoffes angenommen. Scorsese und Spielberg sind als Executive Producer dabei.

Stellt sich die Frage: Warum sollte man sich das alles in einer Serie, ausgedehnt auf zehn Stunden, ansehen wollen? Nach der ersten Episode ist das noch etwas unklar, ab Folge zwei zeigt sich jedoch, dass hier eine komplexere Geschichte über Gut und Böse, Klassismus und (Un-)Gerechtigkeit erzählt wird.

Ein tätowierter Javier Bardem mit freiem Oberkörper steht mit ausgebreiteten Armen vor einem grünen Krankenhausvorhang.

Kann ebenso unheimlich wie charmant sein: Max Cady (Javier Bardem).

Im vermeintlichen Bilderbuchleben von Anna und ihrem Mann Tom (Patrick Wilson) zeichnen sich zudem düstere Seiten ab – in Form von Drogen, Betrug und der Frage, ob die beiden vielleicht mehr mit Cadys Verurteilung zu tun haben, als sie zugeben. Bardem („No Country For Old Men“) ist exzellent in der Rolle des beunruhigend charmanten Psychopathen. Dazu kommt ein Wiedersehen mit Bekannten aus dem 90er-Film.

Zum anhaltenden Unbehagen tragen verstörende Gewaltausbrüche und klassische Horror-Schockmomente bei – wenn jemand abends allein in einem großen Haus sitzt und es klopft, wird natürlich sofort die Türe geöffnet, um im finsteren Garten Nachschau zu halten.

Man könnte sich über mangelnde Subtilität beschweren oder darüber, dass ständig alte Geschichten als Serien aufgewärmt werden. Aber man kann ein Auge zudrücken, wenn das Ergebnis so fesselnd ausfällt und mehr erzählt als das Original.

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