Kultur 21.03.2018

Seefestspiele Mörbisch: Jubiläum mit "Gräfin Mariza"

© Bild: Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin

Karl Absenger inszeniert zum 60-Jahr-Jubiläum der Festspiele Kalmans Operette "Gräfin Mariza" - von 12. Juli bis 25. August.

 "Sehnsucht, Hoffnung, Verlangen und die größte Geige der Welt" versprechen die Seefestspiele Mörbisch unter ihrem neuen künstlerischen Leiter Peter Edelmann zum 60-Jahr-Jubiläum in diesem Sommer. Das Publikum erwarte von 12. Juli bis 25. August eine "spektakuläre Inszenierung" von Emmerich Kalmans "Gräfin Mariza", hieß es am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne.

Im Zentrum der Neuinszenierung von Karl Absenger, der bereits zum vierten Mal in Mörbisch Regie führen wird, steht eine überdimensionale Geige, die somit nicht nur akustisch, sondern auch optisch das Geschehen dominieren wird. "Die Aufgabe war, ein Bühnenbild zu schaffen, das den See zur Geltung bringt, in die Landschaft passt und natürlich dem Stück gerecht wird", erläuterte Bühnenbildner Manfred Waba die Herangehensweise an seine Konstruktion. Herausgekommen ist mit 45 Metern Länge und zwölf Metern Höhe "die größte Geige der Welt". Durch ein ausgeklügeltes mechanisches System lasse sich das Bühnenbild "aufbrechen und verwandelt sich so in die verschiedenen Schauplätze, die das Stück benötigt".

Vor diesem Hintergrund wird die reiche und schöne Gräfin Mariza nach dem passenden Ehemann suchen. In der Rolle der Gräfin, die sich vor Verehren nicht retten kann und sich schließlich einen Verlobten erfindet, dessen Namenszwilling dann tatsächlich auftaucht, schlüpfen die litauische Sopranistin Vida Mikneviciute und das Volksopernmitglied Julia Koci. Alexander Geller und Roman Payer verkörpern den Verwalter Tassilo, Andreas Sauerzapf und Christoph Filler treten als werbender Baron Koloman Zsupa in Erscheinung.

Komposition

"Emmerich Kalman ist ein als ernsthafter Musiker sehr unterschätzter Komponist, dem man gerne nachsagt, die leichte Muse kitschig darzustellen", so der musikalische Leiter Guido Mancusi. "Die Wahrheit ist aber, dass seine Partituren wahre kompositorische Meisterwerke sind, die sich ganz nebenbei auch noch weltweit als Gassenhauer ins Kollektiv einprägen." Kalman schaffe es, volkstümliche Musik in ein symphonisches Korsett zu bringen und es manchmal auch zu sprengen. "Durch ihn ist Zigeunermusik auf die Bühnen der Welt gekommen und hat Weltstatus erreicht."

Um Kindern die Operette näherzubringen, wird es heuer erstmals auch eine auf eine Stunde verkürzte Version für junge Mörbisch-Besucher von acht bis zwölf Jahren geben, die in der letzten Juni-Woche auf einer eigens aufgebauten Bühne auf dem Festivalgelände gezeigt wird. Diese Vorstellungen sind bereits ausverkauft.

Seefestspiele Mörbisch: "Gräfin Mariza" von Emmerich Kalman. 12. Juli bis 25. August. Infos und Karten unter www.seefestspiele-moerbisch.at

 

( kurier.at , APA OTS , mawe ) Erstellt am 21.03.2018