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Kultur
12/05/2011

Schubert: "Atmen"-Hauptdarsteller im Gespräch

An den Kuss von Angelina Jolie kann sich Thomas Schubert kaum noch erinnern: "Das war wie ein Schockmoment", sagt der Schüler aus Wien-Donaustadt: "Richtig unwirklich."

von Alexandra Seibel

Dabei war der Preis, den ihm Jolie auf dem Filmfestival von Sarajewo überreichte alles andere als unwirklich: Thomas Schubert wurde als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet - für die erste Filmrolle seines Lebens in Karl Markovics' Regie-Debüt "Atmen". Seine Eltern - der Vater ist Zahntechniker, die Mutter Lehrerin - sind unglaublich stolz auf ihren Sohn, den ersten Schauspieler in der Familie.

Dabei hätte er s alles dem Zufall zu verdanken, beteuert Schubert: Eigentlich habe er nur seinen Freund auf einen Casting-Termin begleitet. "Echte Wiener" wurden da gesucht, für einen österreichischen Film. Und weil er halt schon da war, habe er eben auch beim Casting mitgemacht - und prompt die Rolle bekommen: "Das war eine große Lebenswende", erzählt der Maturant: "Bisher war ich im Dilemma, was ich beruflich machen soll. Jetzt aber kann ich mir nichts mehr vorstellen, was ich lieber machen würde als Schauspielen."

Sein Talent für diesen Beruf hat er bereits bewiesen: die Figur des introvertierten Jugendsträflings Roman Kogler spielt Schubert feinfühlig und zurückgenommen. Eine Persönlichkeit wie Kogler habe er aber nie kennengelernt: "Trotzdem konnte ich mir gut vorstellen, wie so jemand drauf ist."

Die größte Herausforderung beim Spielen?

Das sei die Konzentration gewesen. Manchmal, nach langen Proben, wurde es schwierig, am Ball zu bleiben: "Ich kenne mich ja sehr gut, und wenn ich den Film anschaue, dann sehe ich genau, wo ich nicht ganz bei der Sache bin."

Aber nicht nur die Rolle selbst, gerade auch die Recherchen im Bestattungsunternehmen haben großen Eindruck hinterlassen: "Ich habe die Kindersärge gesehen, den Leichengestank gerochen - das war etwas total Neues. Da fängt man sich schon an zu überlegen: Tod - was ist das? Was passiert da mit einem und was kommt danach?"

Matura

Unmittelbar danach kommt für Thomas Schubert aber jetzt erst einmal die Matura - und da heißt es kämpfen: Mit Mathematik, mit Spanisch - und mit dem Mangel an Motivation. Mit Englisch gibt es dafür keine Probleme: Die ganze Familie Schubert - Thomas hat noch zwei Geschwister - verbrachte vor einiger Zeit gemeinsam ein Jahr in Australien - "und das hilft mir jetzt sehr, wenn ich Interviews auf Englisch geben muss".

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