Hannelore Elsner

© dapd/Timur Emek

Kultur
04/23/2019

Schauspielerin Hannelore Elsner gestorben

Die beliebte und bekannte Darstellerin (u.a. "Die Kommissarin") wurde 76 Jahre alt.

Die deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot. Sie starb 76-jährig. Sie war eine der bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands.

Das Leben der gebürtigen Bayerin (ihr Vater war Salzburger) war bewegt: Schon als kleines Mädchen muss sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselte häufig die Schule und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. „Ich war nirgendwo richtig daheim“, schrieb sie über ihre Jugend, schildert aber auch ihre unbändige Lebenslust.

An den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht, berichtete Elsner. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig. Nach Proben in Istanbul darf sie auf die Schauspielschule, muss dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen. Sie schwärmt jedoch für den französischen Film: „Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich.“

Debüt mit 19

Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnert sich Elsner. Sie hört darauf nicht, streicht nur das „t“ aus ihrem Geburtsnamen Elstner. Mit etwa 19 Jahren steht sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später soll sie in den Kammerspielen in „Tango“ (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.
In mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen ist die 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück „Iwanow“. Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film „Das Mädchen mit den schmalen Hüften“. Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie „Stahlnetz“ ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film „Berlinger“ (1975). Drei Jahre später dreht sie mit ihm „Der Sturz“ nach einem Roman von Martin Walser.

Brustellin ist seit 1973 ihr Partner. Von ihrem ersten Ehemann, dem 18 Jahre älteren Schauspieler Gerd Vespermann, ist sie längst geschieden. Sie lernt Brustellin bei den Dreharbeiten für den Kinofilm mit Elke Sommer und Mario Adorf „Die Reise nach Wien“ (Regie: Edgar Reitz) kennen. Die Dreharbeiten helfen ihr über den plötzlichen Tod der Mutter hinweg, das Verhältnis schildert sie als schwierig.

Der Filmemacher stirbt 1981 bei einem Verkehrsunfall. Da ist Elsners einziges Kind, ihr Sohn Dominik, gerade ein halbes Jahr alt. Sie hat Monate mit dem Neugeborenen im Krankenhaus verbracht, weil es zu früh auf die Welt kam. Vater ist der Regisseur Dieter Wedel.

Später ist Elsner „drei wunderschöne Jahre“ mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger zusammen. 1993 heiratet sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen und zieht mit ihm von München nach Frankfurt, die Ehe geht 2000 auseinander.

"Die Kommissarin"

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie „Die Kommissarin“ (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer ist sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelt sie in fast 70 Folgen; Til Schweiger ist anfangs ihr Assistent.

Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück „Eine tot-normale Frau“ zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für „Die Unberührbare“ (2000), berichtet sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftsellerin bringt ihr den Deutschen Filmpreis ein. Gleich noch einmal bekommt sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in „Mein letzter Film“ (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kino-Erfolgen gehört auch ihre Rolle in Doris Dörries „Kirschblüten - Hanami“ (2008) an der Seite von Elmar Wepper. Ihre komödiantische Seite zeigt Elsner besonders erfolgreich in Dani Levys „Alles auf Zucker!“ (2004).

2015 bekam sie die ROMY als beliebteste Schauspielerin.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.