Kultur
19.10.2017

Samu Haber: Ein bisschen ängstlich alleine auf Reisen

Der Sunrise-Avenue-Sänger feiert das Comeback - als TV-Star und Bandleader.

"Ich bin auf Rollerblades, habe meine Kopfhörer auf. Keiner merkt, dass ich es bin."

Wenn Samu Haber in Berlin ist, düst er am Samstagabend gerne mal durch die Straßen der Metropole. Würde er gehen, müsste Deutschlands Lieblingsfinne alle fünf Minuten für ein Selfie posieren. Aber schnell und getarnt ist das eine Entspannung für den 41-Jährigen.

Gelegenheit dazu hatte Haber in jüngster Zeit oft. Denn auch bei der in Berlin aufgezeichneten siebenten Staffel von "The Voice Of Germany", die heute um 20.15 Uhr auf ProSieben startet, sitzt der 41-Jährige wieder im Drehsessel der Coaches.

"Es macht großen Spaß und ist für mich als Finne eine große Ehre", erklärt Haber im KURIER-Interview. "Und jetzt verstehe ich endlich mehr Deutsch. Das heißt, ich kann anstatt wie im ersten Jahr, wo ich zu den Kandidaten immer nur eine Sache sagen konnte, jetzt schon vier Sachen sagen."

Auch wenn er darüber scherzt, seine Aufgabe als Coach nimmt er sehr ernst: "Das Wichtigste, das ich den Kandidaten geben will, ist Vertrauen. Ich will sie wissen lassen, dass es möglich ist, Karriere zu machen. Sie sollen glauben, dass sie gut genug sind, wie sie sind. Dass sie nicht perfekt sein müssen, sondern nur rausgehen und es tun."

Neben der Arbeit an "The Voice Of Germany" hat Haber in Berlin auch an "Heartbreak Century", dem eben erschienenen Comeback-Album von Sunrise Avenue, gearbeitet. Vier Jahre hat sich der Sänger und Songwriter der Band dafür Zeit genommen und in Städten wie Stockholm, Oslo und Sydney 100 Songs geschrieben, bis er die "richigen Vibes" fand.

Keine Streits

"Ich brauchte Abstand von Sunrise Avenue. Wenn man so lange in einer Band zusammen spielt, wird das eine bequeme Sache, weil es zur Routine geworden ist. Das hatte also rein musikalische und kreative Gründe. Es gab keine Streits in der Band. Aber man muss schon verstehen, dass man, wenn man gemeinsam auf Tour ist, dann nicht auch noch in der Freizeit zusammen herumhängen kann. Dann wäre das Zusammensein vermutlich schon schwierig. "

Dass die Zeit auf Reisen nicht einfach für ihn war, gibt Haber zu. Denn das Grundthema des Albums, Zufriedenheit und die Frage, warum es uns schwer fällt, glücklich zu sein, sagt er, kam aus seinem Inneren.

"Ich habe vor drei Jahren mit diesem Album angefangen. Da kam ich von einer Tour. Überall waren die Shows ausverkauft und die Leute begeistert. Danach habe ich versucht, etwas zu finden, was mich noch begeistern kann. Und das war schwer. Es war sogar schwer, mich wieder für Musik zu begeistern. Denn wir hatten alles gemacht, waren mit einer Big Band und mit einem Orchester unterwegs gewesen. Ich dachte: Und was kommt als Nächstes? Deshalb musste ich wegfahren. Auf diesen Trips war ich ganz alleine und manchmal auch ein bisschen ängstlich und besorgt darüber, wie es weiter geht, ob es je wieder ein Sunrise-Avenue-Album geben wird. Das ging sehr tief. Und deshalb hab ich mir all die Fragen gestellt, die in diesen neuen Songs verarbeitet sind."