© Salzburger Festspiele/Lawrence

Kultur
08/05/2021

Salzburger Festspiele: Beethovens „Kreutzersonate“ mit Igor Levit

Kritik: Ein faszinierendes Zusammenspiel in einem Thriller. Martha Argerich war an der Seite Renaud Capuçons ausgefallen

 Im Vorjahr begeisterten Renaud Capuçon und Martha Argerich bei den Salzburger Festspielen mit einem herausragenden Kammermusikabend. Dieser hätte nun im Haus für Mozart fortgesetzt werden sollen, doch Argerich erkrankte. Kurzfristig übernahm Igor Levit, der bei diesen Festspielen bereits auf zwei fulminante Marathon-Abende zurückblicken lässt. Zuletzt vergangenen Samstag.

Erstmals trat er mit Capuçon auf. Zwei Virtuosen waren da zugange. Leicht hatten sie es sich nicht gemacht, aber davon war nichts zu merken, als sie mit Franz Schuberts Violinsonate Nr. 2 in A-Dur, D 574, den schwebenden Auftakt gaben. Das viersätzige Werk, auch „Grand Sonata“ genannt, erklang spielerisch, leicht, nahezu unbeschwert.

Capuçons warmer, feiner Ton, der in manchen Passagen einen nahezu Wienerischen Charme verströmte, trat in einen angeregten Dialog mit Levits Spiel. Die Sonate Nr. 2 in A-Dur, op. 100, von Johannes Brahms geriet zur in Töne gegossenen Eleganz. Bei der sogenannten „Thuner Sonate“ brachte Capuçon seine Geige anmutig zum Singen.

Levit war ihm ein einfühlsamer Partner, das Zusammenspiel klang so, als wären diese Musiker seit Jahren verbunden. Ein Königswerk der Violinliteratur dann im weiteren Teil: Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 9 in A-Dur, op. 47, die „Kreutzersonate“. Das war ein befreites Musizieren, fulminant. Ein Feuerwerk an Virtuosität. Ein Thriller! Diese Eruptionen! Diese Klangfarben! Wann hat man diese Sonate so faszinierend gehört? Da war klar, warum diese beiden Musiker zu den spannendsten in ihren Fächern zählen. Man kann nur hoffen, dass sie bald wieder zueinanderfinden. Eine Zugabe und Ovationen!

Susanne Zobl

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