Kultur
14.04.2018

Roman über die Großmutter: eine Heldin

© Bild: Paul Feuersaenger

Ljuba Arnautovic über ihre Großmutter Eva, die in Wien Juden vor den Nazis versteckte: "Im Verborgenen"

Auf Ljuba Arnautovic  – geboren in der Sowjetunion, zur Ruhe gekommen während der 1980er-Jahre in Ottakring – trifft der Titel ja auch  zu: Geschrieben hat sie zwar immer (etwa für Radio Ö 1). Aber es blieb verborgen, wohl auch ihr, dass sie die Form des Romans so gut beherrscht.  Gut gebaut und so ruhig fließend zwischen den Toten.
Der Titel „Im Verborgenen“ meint aber ihre Wiener Großmutter Eva und  die Juden, die sie   vor den Nazis versteckte.  Eva war  Sekretärin der Evangelischen Kirche und handelte. Es blieb keine Zeit zum Nachdenken über Mut und Feigheit.
Es blieb keine Zeit, um an ihren toten Sohn in Russland zu denken. Widerstandskämpfer stellten in ihrer Wohnung in der Schellinggasse  eine  Zwischenwand auf, die Tapetentür hatte ein fast unsichtbares Loch, in das man die Klinke immer erst stecken musste. Wie klug sie in Bedrängnis bei der Gestapo agierte! Für Fremde riskierte sie ihr Leben.
Sage  jetzt niemand, er hätte auch so gehandelt .

 

 


Ljuba Arnautovic:„Im Verborgenen“
Picus Verlag.
200 Seiten.
22 Euro.

KURIER-Wertung: ****