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Kultur
02/03/2021

"Rohbericht" Burgtheater: Großbauer fordert Rücktritt von Drozda, SPÖ kontert

Sonja Hammerschmid (SPÖ) kontert auf Maria Großbauer (ÖVP): Anschuldigungen in den Raum zu stellen, sei "ein mieser Stil"

von Thomas Trenkler

Der "Rohbericht" des Rechnungshofs über das Burgtheater zur Zeit der Geschäftsführung von Thomas Drozda (1999 bis 2008) hat rund 70 Seiten – und lässt es an Deutlichkeit nicht fehlen: „Ohne die Verbindlichkeiten bei Kreditinstitutionen und die Gesellschafterzuschüsse wären die liquiden Mittel der Burgtheater GmbH ab dem Geschäftsjahr 2001/02 stets negativ gewesen.“

Oder: „In den Geschäftsjahren 2006/07 und 2007/08 stand die Vermögens- und Ertragslage nicht im Einklang mit den wirtschaftlichen Verhältnissen“, weil sich die Buchwerte von zwei Produktionen, die nicht mehr gespielt werden konnten, in deren Anlagevermögen befanden.

Aufgrund des KURIER-Berichts über den Rohbericht forderte Maria Großbauer, Kultursprecherin der ÖVP, Drozda am Mittwoch auf, „schleunigst“ den Hut zu nehmen. Bei ihm seien Kultur, Finanzgebarung und Transparenz „nicht gut aufgehoben“. Der ehemalige Kulturminister ist Nationalratsabgeordneter und Kultursprecher der SPÖ.

Sonja Hammerschmid, SPÖ-Bildungssprecherin und Mitglied im Kulturausschuss, konterte sogleich: Die Rücktrittsforderung sei „mehr als befremdlich“. Die ÖVP beziehe sich auf einen Rohbericht, der den Zeitraum 1999 bis 2008 betrifft, also bis zu 22 Jahre zurückliegt und für den es naturgemäß keine Belege mehr gibt, und stellt dennoch „selektiv Anschuldigungen“ in den Raum: „Das ist ein mieser Stil!“

In der Sache selbst sei zu sagen, dass Drozda das Burgtheater im Sommer 2008 „mit einem Eigenkapital in der Höhe von 15,67 Millionen Euro und einer Eigenkapitalquote von 60 Prozent übergeben“ habe. Hammerschmid merkt in der Aussendung des SPÖ-Parlamentsklubs an, dass die Steuernachzahlungen im Jahr 2008 nicht fünf Millionen, sondern nur 5000 Euro betragen haben. Das ist richtig. Der KURIER bedauert den Fehler. 

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