Kultur
15.01.2018

"Richtig hantig": Stipsits neu bei den "Vorstadtweibern"

Thomas Stipsits trickst als schwuler Scheidungsanwalt und dreht die Komödie "Geschenkt" nach Daniel Glattauer.

Die "Vorstadtweiber" (20.15, ORFeins) haben die Aufwärmphase hinter sich. Ab jetzt gibt es Gemeinheiten am laufenden Band. Dafür sorgt nach und nach auch Neueinsteiger Thomas Stipsits als fieser, schwuler Anwalt für "Scheidungen aller Art": Als Dr. Rudi Bragana steht der Kabarettist Georg (Juergen Maurer) bei der Trennung von Maria (Gerti Drassl) zur Seite. Denn "unsere Frauen wollen immer nur das eine – unser Geld", weiß der Anwalt. Damit Georg das ihm so Wichtige nicht verliert, packt der nach Eigendefinition "mitfühlende Mensch" nach gemeinsamen, entspannenden Yoga-Einheiten die juristische Machete für den Scheidungskrieg aus. "Braganer ist ein beinharter Kerl, der seinen Job versteht und richtig hantig werden kann. Privat schaut die Sache aber ganz anders aus", erzählt Stipsits.

Rudi ist der Ex-Mann der Sexualtherapeutin Angela Bragana (Nicole Beutler), der irgendwann gemerkt hat, dass er schwul ist. "Bis er sich das eingestanden hat, hat er, glaube ich, lang damit gehadert", sagt Stipsits. "Jetzt ist er auf der Suche nach dem großen Glück, ist dabei aber überambitioniert. Da trifft er auf Georg: bärtig, männlich, ganz Seins."

Vorstadtweiberich

Die Figur des Anwalts ist ein satirisch, überhöhter Vorstadtweiberich. "Der private Rudi spiegelt quasi Maria, ist auch ein Kümmerer, will ebenso, dass alles perfekt läuft – und macht dadurch viel falsch", erklärt Stipsits. Geprobt hat er deshalb sehr viel mit Gerti Drassl. "Das hat mir beim Erarbeiten der Rolle enorm geholfen."

Stipsits, der am Sonntag im "Tatort" zu sehen war, steht bereits wieder vor der Kamera für eine Komödie nach Daniel Glattauer. Mit dabei sind u. a. Tristan Göbel ("Tschick") und Julia Koschitz ("Der Bankraub").

Bierbegeisterung

Der Steirer spielt einen bierbegeisterten Journalisten, "der zu Beginn kein Menschenfreund" ist. "Glattauers Buch heißt ,Geschenkt’ und die Rolle ist ein Geschenk für mich. Diese Figur macht eine extreme Entwicklung durch, es gibt so viele Nuancen und Gefühlsebenen zu durchleben, das ist fordernd und spannend zugleich." Ist das der Schritt aus der "Blödler-Ecke"? Stipsits: "Ich sehe das schon so, auch wenn ich kein Problem mit der Blödler-Ecke habe. Aber diese Rolle ist ganz anders als das, was ich bisher gespielt habe."

Apropos blödeln: Noch bis Ende des Jahres läuft das gefeierte Programm mit Manuel Rubey, "Gott & Söhne". Danach ist vorerst einmal Schluss: "Die Trennung hat nicht irgendwelche persönlichen Gründe, sondern ist künstlerisch begründet. Würden wir jetzt wieder ein Duo machen, wäre die Gefahr groß, dass wir uns wiederholen." Und so hat am 13. 12. sein Soloprogramm "Stinatzer Delikatessen – Quasi ein Best Of" im Wiener Orpheum Premiere. "Da steckt schon einiges Neues drin, was ich etwa für den ,Kabarettgipfel’ geschrieben habe. Eigentlich sollte das nur ein Zwischenschritt sein, aber die Nachfrage ist so groß, dass wir die Laufzeit verlängert haben."