Clown, USA, 1969 Letting go, Ceylon, 1976 Passerby, Israel, 1974 aus der Serie Civil Rights

© Roger Ballen

WestLicht
02/20/2013

Groteskes und Abgründiges in Schwarz-Weiß

Dem in Südafrika lebenden Fotografen Roger Ballen ist nun eine Retrospektive in der Galerie WestLicht gewidmet.

Roger Ballen wurde 1950 in New York geboren, lebt und arbeitet aber seit vielen Jahren in Südafrika. Bereits in seinen frühen Fotografien spiegelt sich seine Faszination für das Groteske und Abgründige wider. Nachdem seine Mutter 1973 starb, unternahm er eine mehrjährige Weltreise durch Europa, Asien und Afrika. Ständiger Begleiter: Seine Kamera. Dabei entstand "Boyhood", eine Arbeit die er 1979 veröffentlichte, geprägt vom Einfluss der Street Photography, mit eindrucksvollen Porträts von Jugendlichen.

Nach seinem Abschluss als Doktor der Philosophie an der Colorado School of Mines zieht er schließlich 1981 nach Südafrika. Er beginnt als Geologe zu arbeiten und entdeckt auf seinen Fahrten durch das Land die Dorps, dörfliche Gemeinden, in denen bis heute Nachfahren der Buren leben. Diese gehören zwar zur "herrschenden Klasse", fristen aber dennoch ein isoliertes, trostloses Leben in Armut und fern der Zivilisation ("Dorps. Small Towns of Sout Africa", 1986).

1994 veröffentlicht Ballen das Buch "Platteland" (flaches Land), welches für heftige Diskussion sorgte. Von der Kritik hochgelobt, entbrannte sich ebenso eine Polemik, in der Ballen die Ausbeutung seiner Modelle als Objekte vorgeworfen wurde. Der Fotograf meinte hierzu, dass die Darstellung der verarmten Buren bei der herrschenden weißen Klasse für Irritationen sorgte und das Trauma der Burenkriege wieder wachrief.

Premiere von "Asylum"

In der Wiener Galerie WestLicht werden nun in einer Retrospektive rund 150 Fotografien, unter anderem aus den Serien "Civil Rights" (1969), "Israel" (1974), "Boyhood" (1974-77), "Dorps" (1983-2000), "Platteland" (1987-94), "Shadow Chamber" (2000-04) und "Boarding House" (2000-08) gezeigt. Eine Premiere feiert dabei sein Projekt "Asylum", außerdem wird die Ausstellung durch Filme und ein Musikvideo ergänzt. Auch eine eigens konzipierte Installation des Künstlers erweitert die Schau um eine physisch-räumliche Dimension.

Seine Projekte sind übrigens ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten, da Ballen meint, dass diese Art von Fotografie im Wesentlichen eine abstrakte Art und Weise ist Dinge, welche auf die Realität verweisen, zu interpretieren. Seine Arbeiten finden sich in den Sammlungen bedeutender Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Centre Georges Pompidou in Paris, dem Stedelijk Museum in Amsterdam und dem Victoria and Albert Museum in London. Ab dem 22. Februar kann man die Arbeiten von Roger Ballen nun auch in Wien betrachten.

Infos zur Retrospektive

Fotomuseum WestLicht

Retrospektive Roger Ballen, 22. Februar bis 28. April 2013

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