Kultur
08.08.2018

Raimund Löw präsentiert "Mein Hongkong"

Der Außenpolitikexperte führt am Mittwoch in ORF2 durch die chinesische Metropole. Im September erscheint sein neues Buch.

Wer von Peking nach Hongkong fliegt, muss durch die Grenzkontrolle. Und das, obwohl die ehemalige britische Kronkolonie seit 25 Jahren zur Volksrepublik China gehört. Ein interessanter Widerspruch, findet Raimund Löw, der für den ORF zweieinhalb Jahre aus Peking berichtete – und auch regelmäßig in Hongkong war.

Heute (22.25 Uhr, ORF2) stellt Löw die Wirtschafts- und Finanzmetropole in der „WELTjournal“-Sommerserie vor, in der ORF-Korrespondenten und -Reporter „ihre“ Städte porträtieren (siehe unten).

Hongkong ist eine völlig faszinierende und vielfältige Stadt, in der es alles gibt: von Wolkenkratzern bis zum Drachentanz“, sagt Löw, der als Korrespondent zuvor in Moskau, Washington und Brüssel war, im Gespräch mit dem KURIER. Für die Reportage ist er erneut nach Hongkong gereist und hat mit den Einwohnern über ihren Alltag gesprochen: von einfachen Leuten, die den Großteil ihres Einkommens für Wohnen und Schulgeld der Kinder aufwenden müssen, bis hin zum Establishment – zu jenen, die die großen Geldhäuser kontrollieren.

Man sitzt in Peking, schaut BBC und plötzlich wird der Bildschirm schwarz.

Die Metropole an der Südküste Chinas hat einen Sonderstatus und genießt dadurch zahlreiche Freiheiten, die im Rest der Volksrepublik undenkbar wären. So herrscht in Hongkong etwa keine Zensur – ganz anders als in Peking, wo sich auch das ORF-Büro befindet. Korrespondenten seien in China zwar nicht an Zensurvorgaben gebunden, indirekt bekomme man sie aber doch zu spüren: „Man sitzt in Peking, schaut zum Beispiel BBC und plötzlich wird der Bildschirm schwarz – weil irgendwo der Dalai Lama auftritt“, erzählt Löw. „Wir haben im ORF-Büro auch den Economist abonniert. Wenn kritische Berichte über den Staatspräsidenten in der Zeitung sind, werden die mit einer Rasierklinge herausgeschnitten.“

Während seiner Korrespondentenzeit hat Löw einmal für Schlagzeilen in chinesischen Medien gesorgt: Bei der jährlich einzigen Pressekonferenz des Premierministers hatte er durch eine Verwechslung ein Mikrofon in die Hand bekommen – und eine Frage gestellt, die nicht abgesprochen war. Normalerweise müssen Fragen Wochen vorher im Außenministerium eingereicht werden, Löws Antrag war abgelehnt worden. „Der Premierminister war total erstaunt. Er hat ja die Fragen und Antworten vor sich liegen – aber er hat natürlich souverän geantwortet.“

Seine Eindrücke aus China hat Löw übrigens gemeinsam mit seiner Frau Kerstin Witt-Löw auch in Buchform verarbeitet. „Weltmacht China“ erscheint Ende September im Residenz Verlag mit einem Vorwort des ehemaligen KURIER-Chefredakteurs Hugo Portisch.

WELTjournal-Sommerreihe:

Tokio:
Die Auftaktsendung von vergangener Woche ist heute, Mittwoch, noch bis 22.30 Uhr in der TVthek abrufbar.

Alexandria:
Karim El-Gawharry führt am 22. August durch Ägyptens größte Hafenstadt.

Malta
Italien-Korrespondentin Mathilde Schwabeneder porträtiert am 29. August den Inselstaat.