"Quincy" Jack Klugman ist tot

File photograph of actor Klugman speaking at tapin
Foto: Reuters/FRED PROUSER Jack Klugman: Der Quincy-Darsteller verstarb am Montag im Alter von 90 Jahren.

Als Gerichtsmediziner Dr. Quincy löste er Mordfälle, für "Ein verrücktes Paar" bekam er zwei Emmys. Der US-Schauspieler entschlief im Alter von 90 Jahren friedlich.

Der US-Schauspieler Jack Klugman, der als Gerichtsmediziner "Quincy" einen Fall nach den anderem löste, ist tot. Wie der US-Fernsehsender ABC unter Berufung auf den Anwalt des Schauspielers berichtete, starb Klugman am Heiligen Abend in seinem Haus in Northridge in Kalifornien im Alter von 90 Jahren. Er sei friedlich an der Seite seiner Ehefrau Peggy entschlafen.

Klugman sei ein Schauspieler von großer Integrität gewesen, schrieb die "New York Times" in ihrem Nachruf. Ein "cooler Typ" und ein "wunderbarer Schauspieler" sei er gewesen, kommentierte die Hollywood-Schauspielerin Whoopi Goldberg beim Kurznachrichtendienst Twitter.

In Österreich wurde Klugman vor allem als Gerichtsmediziner "Quincy" bekannt. Die Serie wurde für den damals noch jungen Fernsehsender RTL zwischen 1992 und 1994 zu einem der ersten großen Erfolge. Anfangs sei ihm richtig schlecht geworden, erinnert sich Klugman an seine ersten Versuche als Gerichtsmediziner. Um seine Rolle gut zu machen, schaute er den richtigen Leichenbeschauern bei der Arbeit zu. Viele Fans hätten ihm Briefe geschickt, dass sie durch die Show ihr Interesse für Medizin entdeckten, sagte der Schauspieler einmal in einem Interview.

Klugmans Karriere

Jack Klugman wurde am 27. April 1922 in Philadelphia, Pennyslvania geboren. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg in der US-Army gedient hatte, begann er seine Karriere noch in den 40er Jahren am New Yorker Broadway.
Im Bild: Jack Klugman bei der Emmy-Verleihung im Jahr 1973. Als Sportjournalist Oscar Madison wurde er auch im deutschen Sprachraum schnell bekannt. Das ZDF strahlte die Serie, die zwischen 1970 und 1975 produziert wurde, aus. 
Die Serie basierte auf dem Theraterstück von Neil Simson "Ein seltsames Paar" (1965), das bereits 1968 mit Jack Lemmon und Walter Matthau verfilmt worden war. Nach dem Erfolg von "Männerwirtschaft" (Bild) wechselte Klugman vom komödiantischen in das dramatische Fach und übernahm seine Paraderolle. In Quincy spielte er den Gerichtsmediziner Dr. R. Qunicy - wo er einen Fall nach dem anderen löste. Erste Erfolge im Kino feierte Klugman bereits 1957. "Die 12 Geschworenen" (Bild). Der Film gilt bei Soziologen und Psychologen bis heute als ein Musterbeispiel zur Anschauung von Rollenverhalten, Gruppenverhalten und gruppendynamischen Prozessen. Ursprünglich sollte Klugman im März 2012 nochmals im Bühnenstück „Die zwölf Geschworenen“ mitspielen. Wenige Tage zuvor sagte er aber aus gesundheitlichen Gründen ab. Schauspielerisch aktiv blieb Klugman aber bis ins hohe Alter. Hier ist er in "Third Watch - Einsatz am Limit" aus dem Jahr 2000 zu sehen. Die Serie wurde auch vom ORF ausgestrahlt.
In seiner 60-jährigen Karriere gewann Klugman zwei Emmys und einen Golden Globe. Er war am Broadway, Fernsehen und im Kino zu sehen. Am Montag verstarb er im Alter von 90 Jahren.


Quincy und Oscar Madison


Die Serie "Männerwirtschaft" - in der Klugman als Oscar Madison den schlampigen, faulen Sportreporter spielte, der am liebsten zu Hause rumgammelt - feierte beim ZDF Erfolge. Fünf Jahre lang fetzte sich Klugman darin in den siebziger Jahren mit seinem Kollegen Tony Randall, der den pingeligen Felix in der beliebten Komödie um eine skurrile Männerfreundschaft mimte. Die Fernsehadaption von Neil Simons "Ein verrücktes Paar" brachte Klugman gleich zwei Emmy-Trophäen ein.

Beginn am Broadway

Der in Philadelphia geborene Klugman hatte in New York Theater studiert und schon früh seine Liebe zum Broadway entdeckt. Nebenbei experimentierte er in den fünfziger Jahren mit den ersten Live-Fernsehdramen und drehte erst im Alter von 34 Jahren seinen ersten Film ("Timetable", 1956). Es folgte der Filmklassiker "Die Zwölf Geschworenen" - Klugmans Durchbruch. Der Film "Days of Wine and Roses" sowie Auftritte in Serien wie "Kimble auf der Flucht" und "Rauchende Colts" waren weitere Stationen.

In den letzten Jahren hatte sich Klugman zurückgezogen. Von einer Kehlkopf-Operation Ende der achtziger Jahre hatte er sich zwar gut erholt, doch in jüngster Zeit hätte sich sein Gesundheitszustand immer weiter verschlechtert, zitierte die "Los Angeles Times" seinen Sohn. Die Teilnahme an einer Theater-Adaption von "Die Zwölf Geschworenen" hatte Klugman - das damals letzte noch lebende Mitglied der Original-Besetzung des Films - Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen wieder abgesagt.

(APA / ps) Erstellt am
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