Kultur
13.12.2011

Polt, Palm, Seidl: ORF fördert neue Filme

Der ORF unterstützt sieben heimische Film-Projekte mit 1,5 Mio. Euro. Auch der Filmfonds Wien hat sieben aktuelle Förderungen bekanntgegeben.

Vom Gletscherhorror bis zur Polt-Komödie, vom Roadmovie von Kurt Palm bis zur Trilogie von Ulrich Seidl: Der ORF fördert im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens sieben neue österreichische Filmprojekte, wie der Sender am Dienstag bekanntgab. Insgesamt belaufen sich die Förderungen auf 1,5 Mio. Euro. Auch der Filmfonds Wien hat am Dienstag sieben aktuelle Förderungen bekanntgegeben.

Regisseur Frederick Baker versammelt für "Und Äktschn!" Gerhard Polt, Johannes Krisch und Michael Ostrowski vor der Kamera zu einer Geschichte um einen Filmamateur, der mit Laiendarstellern einen Kinokassenschlager über den privaten Adolf Hitler drehen will. Für "Gletscherblut" lässt Marvin Kren hingegen in den Alpen einen Gletscher tauen, was eine rote Flüssigkeit freigibt, die weniger vorteilhafte Auswirkungen auf die lokale Tierwelt hat: So muss sich Techniker Janek von der nahen Forschungsstation bald gegen Monster verteidigen.

Kafka im VW-Bus

Kurt Palm lässt in "Kafka, Kiffer und Chaoten" einige Filmstudenten mit buntem VW-Bus gen Sizilien fahren, um dort Franz Kafkas eigentlich im Schnee spielende Erzählung "Ein Landarzt" zu verfilmen.

Auch Ulrich Seidl wird für sein Projekt "Paradies" einer Filmtrilogie gefördert. Er lässt eine Frau als Sextouristin nach Kenia fahren, ihre Schwester im Urlaub Österreich zum Katholizismus bekehren und ihre Tochter in einem Diätcamp die Unschuld verlieren.

Im Dokubereich hat Filmemacher Sebastian Brameshuber für "Ebensee" vier Jugendliche aus dem oberösterreichischen Ort, einst Sitz eines KZ, für ein Jahr begleitet und dabei ein Bild der Bewohner gezeichnet. Dokumentaristenlegende Claude Lanzmann widmet sich mit "Der letzte der Ungerechten" dem Wiener Rabbiner Benjamin Murmelstein (1905-1989). Im Zentrum eines langen Gesprächs steht dessen ambivalente Rolle als hochrangiger jüdischer Funktionär der von Eichmann kontrollierten Israelitischen Kultusgemeinde in der NS-Zeit. Auch "Der Todesmarsch" wird bedacht. Hierbei wird die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg nachgezeichnet.