"Parsifal": Ereignis fand im Graben statt

Parsifal / Wiener Staatsoper / Michael Pöhn
Foto: Wiener Staatsoper/Axel Zeininger Falk Struckmann als stimmgewaltiger Amfortas

Wie Christian Thielemann am Pult des Staatsopernorchesters agiert, ist optisch attraktiver als das, was auf der Bühne zu sehen ist.

Zum vorerst letzten Mal dirigiert Christian Thielemann an der Wiener Staatsoper den österlichen "Parsifal". Ab kommendem Jahr ist er dann in dieser Periode mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden bei den Salzburger Osterfestspielen engagiert – 2013 steht dort ebenfalls Richard Wagners Bühnenweihfestspiel auf dem Programm.

Nach der ersten Vorstellung am Gründonnerstag waren sich die Besucher, dem Applaus nach zu schließen, einig: Das Ereignis fand, wie oft bei Dirigaten von Thielemann in diesem Fach, im Graben statt. Der Kapellmeister gestaltete mit den fabelhaften Musikern des Staatsopernorchesters Wagners letzte Oper klangvollendet und höchst differenziert.

Sängerisch konnten nicht alle Protagonisten dieses Niveau halten. Simon O’Neill ist ein Parsifal mit nicht sehr kraftvoller Stimme. Falk Struckmann singt den Amfortas ausdrucksstark, Wolfgang Bankl den Klinsor geradezu ideal und Kwangchul Youn den Gurnemanz extrem wortdeutlich. Angela Denoke, die exzellente Singschauspielerin, ist als Kundry in jeder Phase glaubwürdig, intensiv, aber in der Höhe nicht immer präzise. Weitere Aufführungen: Sonntag und am 12. April.

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(kurier) Erstellt am
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